Die Stimmung in Rostock ist alles andere als heiter. Kommissar Buckow (Charly Hübner) lädt zur Trauerfeier für seinen Vater. Der krebskranke Alte, dessen kriminelle Geschäfte den Sohn jahrelang belastet hatten, war im vorigen Fall erschossen worden – Buckow fühlt sich nicht traurig, aber leer. Verbittert und wütend sind die Rostocker Werftarbeiter, deren Betrieb nicht mehr genügend Rendite abwirft und geschlossen werden soll. Wie ein Schluck Wasser in der Kurve wirkt die Servierkraft Sabine (Luise Heyer) auf dem Heimweg im Bus: Auch sie wird wieder mal ihren Job verlieren.

Autor Florian Schoeller, der schon das Buch des vorigen Falls geschrieben hatte, dekliniert ihren sozialen Abstieg schulmäßig durch: Sabine wohnt in einem Plattenbau, wo die Abschaltung von Strom und Gas droht und der Nachbar lautstark seine Frau verprügelt. Sie bekommt weder eine Umschulung auf dem Sozialamt noch einen Kredit bei der Bank und obendrein erklärt ihr die Lehrerin, dass sie ihrem Sohn Jonas trotz guter Noten keine Empfehlung fürs Gymnasium geben könne: Denn sie sei einfach zu arm, um ihn ordentlich zu unterstützen.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.