Ein „Ausbluten der ARD“ hatten manche Medien herbeibeschworen, nachdem eine Reihe von TV-Köpfen ihren Wechsel zu den Privaten verkündet hatte. Zwar mögen die öffentlich-rechtlichen Sender keine Spitzengehälter für politische Moderationen zahlen – aber als Ausbildungsstätten sind sie der kommerziellen Konkurrenz immer noch weit voraus. Bestes Beispiel: Aline Abboud. Die 33-Jährige TV-Journalistin ersetzt Pinar Atalay bei den ARD-„Tagesthemen“.

Sie ist zehn Jahre jünger, aber politisch schon sehr erfahren, weltläufig und genauso eloquent wie ihre Vorgängerin. Als „Halb-Libanesin mit Ost-Berliner Migrationshintergrund“ stellte sie sich im Porträt der Reihe „Germania“ auf Funk vor, dem Netzportal der öffentlich-rechtlichen Sender. Geboren wurde sie 1988 in Pankow als Tochter einer deutschen Apothekerin und eines christlichen, aus dem Libanon stammenden Fotografen. Die Mutter legte Wert darauf, Ostbegriffe wie Kaufhalle und Broiler weiter zu benutzen. Genauso stark pflegte die Familie die Verbindungen in den Libanon, wo Aline Abboud jeden Sommer verbrachte und 2006 einen Bombenangriff aus nächster Nähe miterlebte. Sie studierte Arabistik in Leipzig, Beirut und Istanbul, spricht fließend Arabisch und Englisch und startete ihre journalistische Laufbahn im Internetdienst des Deutschen Bundestags.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.