Dortmund - „Nazi über Nacht – das ist doch absurd!“ Kommissarin Böhnisch (Anna Schudt) kann es kaum fassen, was im Netz über sie verbreitet wird. Seit fast neun Jahren kennt der „Tatort“-Gucker die Hauptkommissarin als besonnene Ermittlerin im wilden Dortmunder Team. Doch diesmal gerät sie gehörig unter Druck. Von der rechten Szene wird sie als Heldin und Märtyrerin gefeiert, von den Linksextremen dagegen als „Nazi-Schlampe“ und „Fascho-Schwein“ beschimpft. Die Polizistin hatte, von Macho-Sprüchen provoziert, einen hochverdächtigen Jugendlichen, der aus dem Irak stammt, auf offener Straße gefesselt und abgeführt. Mehrere Handy-Kameras filmten mit. Der Vorwurf, ihr Vorgehen sei rassistisch, hat Folgen: Ein linksautonomes Rollkommando überfällt die Polizistin und demütigt sie, ihre Chefs beurlauben sie.

Die „Tatort“-Reihe ist derzeit sehr politisch ausgerichtet. Doch anders als beim Ludwigshafener Fall vor einer Woche, der sehr konstruiert wirkte, passt dessen Titel „Hetzjagd“ viel besser zum Dortmunder Fall. Diesmal werden Linksaußen und Rechtsextrem nicht privat zusammengespannt, sondern prallen sowohl im Netz als auch auf der Straße aufeinander – die Ouvertüre von „Heile Welt“ zeigt Krawalle im blutroten Schein.

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