Berlin - So chaotisch sind Wohnungen selten im deutschen Familienfilm. Anja (Anja Schneider) und Michael (Devid Striesow) hocken nach einem Umzug zwischen Möbelkisten auf dem Fußboden und löffeln asiatisches Fastfood aus dem Pappbecher. Sie haben nach dem Auszug der Kinder ihr Haus auf dem Land verkauft, sind nach München gezogen und freuen sich auf Freunde in der Nähe und ein Kino um die Ecke. Derweil wird ihr Sohn Niklas (Max Schimmelpfennig) aus seinem völlig vermüllten WG-Zimmer geworfen und sucht bei Freunden in München vergeblich eine neue Bleibe. Bald klopft er bei den Eltern an: Es sei ja nur für ein paar Tage.

Florian Schwarz ist bisher vor allem mit harten TV-Dramen aufgefallen. Er setzte mit dem Murot-Tatort „In Schmerz geboren“ den Fall mit den meisten Leichen so glänzend in Szene, dass er dafür den Grimme-Preis bekam. Dieselbe Auszeichnung gab’s für das ARD-Drama „Das weiße Kaninchen“, in dem Devid Striesow einen pädophilen Lehrer spielte, der übers Netz seine Opfer suchte. Diesmal überrascht Schwarz also mit einer Familiengeschichte. Gerade das Alltägliche aber ist eher rar: Denn im öffentlich-rechtlichen Fernsehen werden Konflikte zwischen den Generationen entweder verkitscht oder zugespitzt, und im Privatfernsehen stand die Vox-Serie „Das Wichtigste im Leben“ mit Jürgen Vogel 2019 allein auf weiter Flur und ging unter.

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