Berlin - Wer zieht schneller, wer trifft genauer? Diese Szene prägte einmal das gesamte Western-Genre. Im Fernsehkrimi werden solche Duelle gern als Finale inszeniert. Dieses ARD-Drama aber beginnt gleich mit einem Schusswechsel, dem weitere folgen werden. Ein nervöser Typ steigt aus einem Auto, dringt in eine Wohnung ein und wird dort von einem andern Typen empfangen. Das Gegenüber hat nicht nur einen Schalldämpfer auf der Pistole, sondern trägt eine schusssichere Weste. Beide fallen um. Derweil hat sich das Streitobjekt bereits von selbst auf die Reise gemacht: Die Sporttasche mit mehr als einer halben Million liegt im Auto, das die Polizei abschleppen lässt, weil es auf dem Behindertenparkplatz steht. Maren, die Fahrerin des Abschleppwagens (Rosalie Thomass), fällt die knallgelbe Tasche auf: Sie guckt hinein und nimmt sie mit nach Hause.

Frederic Hambalek hat ein hartes, clever konstruiertes Drehbuch geschrieben, das deutlich aus dem Genre des deutschen Krimis ausschert: Polizisten kommen hier nur am Rande vor. Emily Atef ist als Regisseurin nicht im Regionalkrimi, sondern eher im Kino zu Hause. Zunächst scheinen die Rollen und damit die Sympathien klar verteilt: Hier die junge Frau, die das Geld gut gebrauchen kann, denn ihr Freund Dennis (Friedrich Mücke) kann nach einem Arbeitsunfall nicht mehr laufen. Maren vermutet, sie habe Schwarzgeld gefunden und erklärt: „Ich glaube, dass wir das Geld haben sollen.“ Auf der anderen Seite steht Henning, der Mann mit dem Schalldämpfer (Thomas Loibl), ein knallharter Killer.

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