Berlin - Erst riecht es im Cockpit verbrannt, kurz darauf verschwindet die Passagiermaschine vom Radar und stürzt in die Ostsee. Sonja (Ursina Lardi) und Thomas (Ulrich Tukur) wollen nicht wahrhaben, dass ihre Tochter im Flug aus Osaka saß. „So was passiert nicht“, hofft die Frau und vergräbt den Kopf unterm Kissen. Kurz darauf müssen sie sich der Realität stellen und zur Trauerfeier nach Heiligendamm reisen. Mit Blumen im Meer verabschieden sich die Angehörigen von den Opfern.

Regisseur Wolfgang Panzer war als junger Reporter mehrfach an den Absturzstellen von Flugzeugen, lernte später in Kanada Menschen kennen, die um verunglückte Angehörige im Meer trauern. In „Meeresleuchten“ lässt er diese Erfahrungen einfließen und schickt den trauernden Vater auf einen unerwarteten Weg. Denn der Chef von 800 Mitarbeitern, der kurz vor der Absturzmeldung noch betont hat: „Die Firma ist unser Leben“, steigt völlig aus seiner bisherigen Routine aus. Er kehrt nicht einmal von der Trauerfeier zurück, sondern irrt durch den Dünenwald, übernachtet in einer skurrilen Villa und kauft am nächsten Tag, wie im Vorbeigehen, einen leer stehenden Laden am Meer, an dem noch die Aufschrift „Konsum“ aus DDR-Zeiten steht. Statt um Millionenumsätze kümmert er sich um frische Waren und eine Ladenkasse, will vor Ort immer den freien Blick aufs Meer behalten.

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