Vom Balkon grüßt noch die Losung aus DDR-Zeiten „Berlin – Stadt des Friedens“, unten auf der Rathausbrücke aber spielen sich Szenen ab, die an einen Krieg erinnern. Vier maskierte Gangster überfallen mit Maschinenpistole und Panzerfaust einen Geldtransporter und nehmen eine Geisel. Die Polizisten haben beim Schusswechsel nur eine Dienstpistole mit Ladehemmung entgegenzusetzen. Noch stärker gedemütigt werden sie vier Monate später vor Gericht: Der Zivilfahnder Pollmann (Jörg Schüttauf) muss sich von der Verteidigerin (Judith Engel) eine Mitschuld am Tod der Geisel vorwerfen lassen, die Angeklagten werden freigesprochen.

Der Berlin-Krimi „Die Jägerin – nach eigenem Gesetz“ ist der zweite Fall aus einer losen Reihe mit Nadja Uhl als Staatsanwältin Schrader und Dirk Borchardt als LKA-Mann Montag. Der erste Film kreiste 2019 um einen arabischstämmigen Clan und um eine junge Polizeianwärterin, die gegen ihre Familie aussagt – und ermordet wird. „Gegen die Angst“ erreichte sechs Millionen Zuschauer und sorgt für Diskussionen. Auch die Tat im neuen Film ähnelt jenen Überfällen, mit denen Clans in die Nachrichten kommen. Diesmal müssen sich Schrader und Montag mit einer brutalen Rockerbande auseinandersetzen: Die „Pitbulls“ kämpfen um mehr Einfluss in Berlin. Ihr Anführer ist ein kriegserfahrener Serbe, der einen Zähne fletschenden Pitbull mit sich führt. Allerdings wirkt die Darstellung der Rocker weniger zwingend als die der Clans in „Gegen die Angst“. Schauspieler Pit Bukowski immerhin passt nicht nur vom Namen her gut zu den „Pitbulls“, seine Figur bekommt auch etwas Individualität.

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