Der Musiker Udo Lindenberg: „Maske auf und mit panischer Konsequenz da durch.“
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Udo Lindenberg (74) ist ein Leidtragender: Die Corona-Pandemie hat den Musiker schwer getroffen – wie viele andere Künstler auch musste er seine Auftritte, Konzerte und Tourneen absagen. Und dennoch hat der Panik-Rocker und Freund eines gepflegten Eierlikörs überhaupt kein Verständnis für die Gegner von Maskengeboten und Abstandsregeln. Da wird der sonst so lässige Lindenberg sogar richtig wütend und nähert sich dem Wort des „Covidioten“ auf seine Weise: „Wenn die hirntoten Risikopiloten durch die Aerosole zischen, wird es ganz viele noch erwischen … Nur wenn wir alle cool bleiben und uns an die Regeln halten, können wir das Ding unter Kontrolle kriegen.“

Anstatt sich wie die Maskenverweigerer auf den Schutz durch die Mehrheit der Maskenträger zu verlassen – denn auf diese Trittbrettfahrerei läuft die Verweigerung ja hinaus –, biete Lindenberg folgende Überlegung an: Wer den Schutz gegen die Ausbreitung des Coronavirus ignoriere, gefährde nicht nur andere Menschen, „sondern bedroht auch die möglichst schnelle Rückkehr unserer geilen, breit aufgestellten Kulturszene in Deutschland“. Die Live-Branche bewege sich wegen der Pandemie am Abgrund, viele ihrer Unternehmen und Mitarbeiter hätten gewaltige Probleme. „Die großen Shows in den Stadien und Arenen können aber erst wieder steigen, wenn wir clean sind.“

Und damit ist für Udo klar: „Wir brauchen die kollektive Mega-Power, also: Maske auf und mit panischer Konsequenz da durch!“ Der Mann denkt dabei nicht nur an seine Fans oder an das Geld, er vermisse auch Bühnenaction, Adrenalin und Lampenfieber – „diese panischen Familienfeste“ in den Hallen und Stadien. „Ohne das fühlt sich das Leben oft an wie nach ’ner Narkosespritze. Ich bin ein Speed-Mann und brauche die Liveshows, sie sind für mich Eldorado und Elixier.“ Immerhin habe er nun mehr Zeit für seine Malerei, erzählte der Musiker. Ansonsten streune er durch die Gegend, bevorzugt in der Nacht: „Alleine mit guten Geistern und mysteriösen Dämonen.“

Nina Dobler Menegatto (42) darf sich von jetzt an Prinzessin nennen, und zwar nicht im Sinne irgendeines beliebigen Schönheits-, Fleisch-, Gemüse- oder Obsttitels, sondern in einem politischen Sinne. Die gebürtige Allgäuerin gibt dem europäischen Separatismus damit ein durchaus freundliches Gesicht: Menegatto, im bürgerlichen Leben eine Immobilienverwalterin, hat sich an ihrem Wohnort in Italien zum Oberhaupt des selbst ernannten Mini-Fürstentums Seborga erst wählen und dann küren lassen. Seborga ist ein Bergdorf in Ligurien, dessen rund 300 Einwohner mehrheitlich entschlossen sind, sich von Italien unabhängig zu erklären – sich eben zu separieren.

Endlich Prinzessin: die Deutsche Nina Dobler Menegatto bei der Krönung in Seborga.
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„Am Anfang fand ich das auch ganz witzig“, erklärt Menegatto ihre Mission, „aber die Einheimischen hier glauben daran.“ Und eben diesem Votum fühle sie sich verpflichtet, müsse allerdings jetzt erst einmal durch die Mühen der politischen und sonstigen Ebenen. Als Regierungschefin Seborgas wolle sie unter anderem die Verfassung modernisieren und eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zur Unabhängigkeit anstrengen. Klingt ambitioniert, allerdings gibt es da noch einen ordentlich gewählten Bürgermeister, Enrico Ilariuzzi, und der betont, Seborga sei und bleibe ein Teil Italiens. Überdies hätte der Ort wichtigere Probleme, nämlich die Bekämpfung von Corona.

Wie konnte es so weit kommen? Der Blumenhändler des Ortes, Giorgio Carbone, hatte seit den 60er-Jahren versucht, mittels historischer Dokumente nachzuweisen, dass Seborga weder beim Wiener Kongress noch bei der Gründung der Italienischen Republik 1946 einer Staatsmacht unterstellt wurde. Und so ernannte er sich 1993 zu Georg I., Fürst von Seborga. Als er 2009 starb, übernahm der Immobilienhändler Marcello Menegatto das Zepter, wurde 2017 als Marcello I. wiedergewählt, trat dann aber 2019 überraschend zurück, woraufhin seine mittlerweile geschiedene Frau Nina, ehemals „Außenministerin“ von Seborga, sich erst zur Fürstin und nun eben als Nina I. zur Prinzessin wählen ließ …

Jack White (79) hat sich ebenfalls separiert. Und neuen Anschluss gefunden: Seitdem der Schlagerkönig („Looking for Freedom“, „Schöne Maid“) sich aus dem Musikgeschäft verabschiedet hat, folgt er einer neuen Leidenschaft, man könnte es auch Geschäftsmodell nennen: Er wettet an der Börse. „Ich habe eine ganz klare Philosophie. Ich mache nur Fonds“, erklärt der Mann seine Gewinnstrategie, die ihm, so sagt er’s, in den vergangenen Jahren sehr gutes Geld eingebracht habe. „Mir macht Börse sehr viel Spaß.“ Die Musik interessiere ihn nicht mehr, allerdings freue er sich über die Gema-Abrechnungen für die Musikrechte an seinen Hits. „Ich brauche nie mehr zu arbeiten.“

Jack White in seiner Charlottenburger Wohnung – an der Wand hängen zahlreiche Goldene Schallplatten.
Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka

Der Produzent, Komponist und Texter gibt sich ansonsten seinen späten Vaterfreuden hin. Sohn Max (1) ist sein sechstes Kind und das erste mit seiner vierten Ehefrau Rafaella. „Ich habe zum ersten Mal Zeit für ein Kind und genieße die Vaterschaft. Das kann sich kein Mensch vorstellen, was ich für eine Freude mit unserem Max habe.“