Machtvoll ist die Rache des Verdrängten. Was wir nicht hineinlassen in unsere Welt, gräbt ein schwarzes Loch in unser Bewusstsein und saugt uns langsam aus. In Deniz Utlus Roman „Gegen Morgen“ heißt das Verdrängte Ramón, wohnt in Hellersdorf und trägt sommers wie winters eine Daunenjacke, die ihm seine Großmutter geschenkt hat.

Der Ich-Erzähler Kara und sein Freund Vince, zwei angehende Volkswirte, lernen Ramón beim Studium kennen, er schließt sich ihnen an wie ein Hund und geht in deren Schöneberger Wohnung bald aus und ein, ohne weiter beachtet zu werden. Ramón wechselt das Fach, gibt das Studieren ganz auf, aber was er liest oder sonst macht, ist Kara und Vince egal, sie geben ihm Geld, um etwas zu rauchen zu besorgen und dulden ihn als Zeugen ihrer eigenen Fortschritte ins Leben hinein. Als Ramón eines Tages nicht mehr kommt, fällt es lange keinem auf.

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