Gedenkstein auf dem Soldatenfriedhof Langemark in Westflandern, wo über 40.000 deutsche Soldaten als Gefallene des 1. Weltkriegs begraben sind.&nbsp;<br>
Gedenkstein auf dem Soldatenfriedhof Langemark in Westflandern, wo über 40.000 deutsche Soldaten als Gefallene des 1. Weltkriegs begraben sind. 
Foto: Jürgen Schwarz/Imago

Als der erst 26 Jahre alte Veteran Ernst Jünger im Oktober 1920 seine Kriegserinnerungen im Selbstverlag veröffentlichte, ahnte niemand, dass es eines der meist beachteten Kriegsbücher des 20. Jahrhunderts werden würde. Auch 2019 wurden allein in Deutschland noch rund 4000 Exemplare verkauft. Das Buch wurde in 21 Sprachen übertragen, bereits 1922 im Auftrag des argentinischen Militärs ins Spanische. Der französische Literatur-Nobelpreisträger André Gide notierte 1942 in seinem Tagebuch, „In Stahlgewittern“ sei „unstreitig das schönste Kriegsbuch“, das er kannte: „vollständig gutgläubig, wahrheitsgemäß, ehrlich“. Und auch der Autor des wohl erfolgreichsten Romans über den Ersten Weltkrieg, „Im Westen nichts Neues“, zeigte sich beeindruckt. Erich Maria Remarque attestierte dem Buch, „von einer wohltuenden Sachlichkeit, ernst, stark und gewaltig“ zu sein. Das mag erstaunen, denn der Pazifist Remarque wollte mit seinem eigenen Buch ganz anderes erreichen als Jünger, für den der Krieg, bei aller am eigenen Leib erlebten Grausamkeit, doch „der Vater aller Dinge“ war. Joseph Goebbels feierte es als „Evangelium des Krieges“ und als „glänzendes, großes Buch“.

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