Berlin„O, du Geliebte meiner siebenundzwanzig Sinne, ich liebe dir! – Du deiner dich dir, ich dir, du mir. – Wir?“ Mit unschuldigen 16 Jahren malte ich diesen Satz (und alle nachfolgenden Sätze) aus Kurt Schwitters’ Gedicht „An Anna Blume“ mit Pinsel und roter Farbe and die Jugendzimmerwand meiner ersten großen Liebe. Zwar nicht zur Freude der Mutter, doch aber als Beweis einer Liebe, deren konventionsfeindliche Besonderheit sich in den Worten des Dichters funkelnd widerzuspiegeln schien. Worte, deren romantische Grundierung nicht nur die Dadaisten bewegte, sondern bis in die Lyrik des Deutsch-Raps der 90er-Jahre hineinragte („du bist von hinten wie von vorne: ‚a-n-n-a‘“), und wie gesagt, bis in unsere Jugendzimmer. 

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