Berlin - Der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch an die Zeit, als es noch keine Handys gab. Als man unterwegs noch in die Telefonzelle huschte, Münzen einwarf oder die Karte einsteckte, um nach Hause zu telefonieren. Das wurde mit der zunehmenden Verbreitung des Mobilfunks immer unrentabler, die meisten Häuschen sind längst abgebaut. Laut Telekom sind in ganz Deutschland nur noch rund 14.500 Telefonzellen aktiv, meist in Form von platzsparenden, säulenartigen Stationen. Zum Vergleich: 2007 kam man hierzulande noch auf 110.000 Telefonzellen. Etliche ausgemusterte Exemplare lagern ganz in Hauptstadtnähe: auf dem Telefonzellen-Friedhof im brandenburgischen Michendorf, südlich von Potsdam am Berliner Ring gelegen. 2000 Häuschen stehen auf dem Gelände des ehemaligen Fernmeldezeugamtes der Bundespost, und auch Privatpersonen können sie zum Preis von 500 Euro netto pro Stück käuflich erwerben. Die Nachfrage sei nach wie vor hoch, sagt ein Telekom-Sprecher. Wofür die Käufer die Zellen nehmen, sei nicht bekannt, dem Vernehmen nach wurden die gelben und pinkfarbenen Modelle schon zu Duschkabinen, Gartenhäuschen oder zu schalldichten Telefonboxen im Großraumbüro umgewidmet. Unsere Beispiele zeigen jedenfalls, dass in der Zweitverwertung eines alten Relikts der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind.

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