Florentina Holzinger.
Foto: Apollonia Bitzan

BerlinDie Theatermacherin und Choreografin Florentina Holzinger erhält den Outstanding Artist Award, einen mit 10.000 Euro dotierten österreichischen Kunstpreis, in der Sparte darstellende Kunst. Dies teilte am Montag die österreichische Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) mit. Der Preis wird vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur vergeben und zählt zu den Staatspreisen der Republik Österreich.

In den Kategorien bildende Kunst, Architektur und Film gewannen Christian Kosmas Mayer, Martin Feiersinger und Sandra Wollner (Dokumentarfilm) sowie Antoinette Zwirchmayr (Experimentalfilm). Insgesamt wird der Preis in 13 Kategorien verliehen, teilweise nur alle zwei Jahre. Geehrt werden besonders innovative künstlerische Hervorbringungen.

Holzinger war in dieser Saison mit ihrer umstrittenen Inszenierung „Tanz“ zum Theatertreffen eingeladen, konnte aber wegen der Corona-Pandemie im Mai nicht gezeigt werden. Das körperbetonte Stück, das zuvor in den Sophiensälen gastierte, ist in einer Kritikerwertung der Zeitschrift Theater heute außerdem zur Inszenierung Jahres gewählt worden. In „Tanz“ geht es um die Zurichtung des weiblichen Körpers und mithin der weiblichen Seele durch tradierte Rollenmuster und Schönheitsideale. Holzinger bemüht die zart-brutale Ballettmetaphorik und arbeitet hierbei selbst mit direkten, brutalen und schmerzhaften Mitteln. Ihre „Schwestern“ genannten Mitspielerinnen treten in aller Verletzlichkeit und Nacktheit auf, einer Protagonistin werden während des Abends Haken durch die Rückenhaut getrieben, an denen sie in die Luft gehoben wird. Ab der nächsten Spielzeit wird sie in der dann von René Pollesch geleiteten Volksbühne Berlin inszenieren.