Der Satiriker Serdar Somuncu
Foto: dpa/Felix Kästle

BerlinDie zweite Folge des umstrittenen Radioeins-Podcasts „Schroeder & Somuncu“ ist heute Nachmittag mit einem Tag Verspätung ausgestrahlt worden. Die beiden Satiriker Florian Schroeder und Serdar Somuncu haben sich diesmal „etwas mehr Ruhe bei der Produktion gegönnt“, wie der RBB der Berliner Zeitung auf Anfrage mitteilte. Hintergrund dieser selbstverordneten Ruhe war eine tagelange, heftige Kontroverse in den Medien.

Ein zweiminütiger Ausschnitt der Premierenfolge sorgte für vehemente Kritik, ausgelöst in den sozialen Medien. Es ging um Äußerungen Somuncus, in denen er eine Person of Colour als „Mohrenwirt“ bezeichnete, das N*-Wort nutzte und in eine Hasstirade gegen Frauen verfiel, die Somuncu vage als Satire bezeichnete („schlecht gebumste, miese, hässliche Schabracken“). Radioeins publizierte daraufhin nur noch eine redaktionell geänderte Version der Podcast-Folge ohne den entsprechenden Ausschnitt, und auch diese Zeitung stritt über die Grenzen der Satirefreiheit. Die unterschiedlichen Lesarten finden Sie hier und hier.

„Polizei, Trump, Fußball und Corona“ lautet der Titel der heiß erwarteten zweiten Folge. Die beiden Männer nutzen die ersten zehn Minuten für einige Bemerkungen in eigener Sache und sprechen über die Erlebnisse der vergangenen Woche. Sie bedauern die vielen Reaktionen, betonen gleichzeitig aber erneut die wichtige Unterscheidung zwischen Bühnen- und Privat-Ich: „Das ist eine Bühne und unser Beruf ist es, Rollen zu spielen“, so Somuncu. Er betont aber erneut, wie wichtig der Kontext in der Beurteilung seiner Aussagen sei und dass der Podcast sich schließlich in einer angekündigten Grauzone abspielte: „Jeder, der das verfolgt hat, von Anfang bis Ende, muss sagen, dass es erkennbar war.“

Und dann entschuldigt er sich doch noch: „Und ich hab noch viel weniger Probleme damit zu sagen, es tut mir wirklich aufrichtig leid, wenn wir damit Menschen verletzt haben sollten.“ Ob das nun aber das Bühnen-Ich oder der Privatmensch Serdar Somuncu war, der sich da aufrichtig entschuldigt, das bleibt, wie auch bei den Aussagen von vergangener Woche, ein Rätsel.

Anm. d. Red.: Florian Schroeder hat sich mittlerweile für die kritisierte Folge entschuldigt. Er schreibt auf Twitter: „Liebe Leute, ich möchte mich entschuldigen: Ich habe mich in der letzten Ausgabe von unserem Podcast ‚Schroeder & Somuncu‘ bei @radioeins über eine Passage klatschend amüsiert, die von vielen als rassistisch und sexistisch empfunden wurde. Dieses Gelächter tut mir sehr leid.“