Thorsten Lensing  ist ein längst überfälliger Theatertreffen-Debütant, wenn man das für die Gastspiel-Einladung maßgebliche Attribut „bemerkenswert“ ernst nimmt. Seit Mitte der 90er-Jahre produzierte und inszenierte er nur fünfzehn Theaterabende. Er geht dabei mit großer Akribie vor, nimmt sich viel Zeit und alle Freiheit. Lensing ist ein Solitär, der mit einfachsten Theatermitteln und jenseits aller Moden kontinuierlich mit einem Stamm hochkarätiger Schauspieler zusammenarbeitet. Er hat sich nie fest an ein Stadttheater gebunden, aber sein literarisch genaues und zum Wesen des Spiels vordringendes Theater hat andererseits nichts mit der für die freie Szene typischen Performance-Kunst zu tun. Zweimal standen seine Arbeiten schon auf der Theatertreffen-Shortlist, diesmal hat es geklappt. Die Jury konnte sich auf die Romanadaption „Unendlicher Spaß“ einigen. Ein vierstündiger Abend, der ein intensives und komisches Destillat des schier unerschöpflichen 1500-Seiten-Romans von David Foster Wallace auf die Bühne bringt. Wir trafen uns zum ungestörten Reden in einem ruhigen Probenraum in den Sophiensälen, laut wurde es dann doch und lustig. Lensing sprang immer mal wieder auf, um nachzudenken oder um zu lachen.   Normalerweise verzichtet er auf Öffentlichkeitsarbeit, stattdessen taucht er zwischen den Produktionen lieber ab und vergisst schon mal, dass er Regisseur ist. Dies ist das erste Solo-Interview, das er gibt, es wird wohl auch erst einmal sein letztes bleiben. Versuchen wir es zum Einstieg mit einer einfachen Frage …

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