BerlinDer Winterschlaf ist auch nicht mehr das, was er mal war. Die unverschämt milden Außengrade lassen die tierische Körpertemperatur einfach nicht auf das nötige Maß sinken, vor lauter Monokultur und dürren Sommern kann man kaum mehr genug Winterspeck anlegen, und dann sind da noch die vielen Ablenkungen durch tierpädagogische Beschäftigungsprogramme per Tatzenklick.

Igel Igor hat sich in diesem Jahr deshalb fernab im nordischen Spitzbergen einen „soliden Laubhaufen“ gebucht und 3000 Schnecken für die Pauschalreise in den Winterschlaf berappt. Jetzt liegt er in Gestalt der rundum bepelzten Vanessa Stern auf seiner Pritsche im Vierbett-Zugabteil und lutscht an den eingeweckten Regenwürmern, während sich drei Mitreisende um ihn herum – ein Murmeltier (Stephanie Petrowitz), ein Hamster (Valerie Oberhof) und der Siebenschläfer (Ursula Renneke) – in chaplinesker Umständlichkeit ihre Lager zurechtklopfen. Munter klimpert das Klavier zum Nager-Slapstick, der sich im Folgenden zu einer gescheit witzigen Reise in die Untiefen gegenwärtiger Schlaflosigkeit auswächst.

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