Berlin - Wer dem italienischen Filmemacher Nanni Moretti begegnet, bekannt vor allem für politische Komödien wie „Liebes Tagebuch“ oder „Aprile“, erlebt das Gegenteil eines Witzbolds. Anders als seine oft so schlagfertigen Filmfiguren ist er auf eine altmodische Art nachdenklich, ja geradezu bedächtig. Viele Sekunden ziehen dahin, bis man seine Antwort bekommt, deren druckreifer Wortwahl er dann aber besonderen Nachdruck verleiht. Auch wenn er erst jetzt einen Film im Vatikan angesiedelt hat – Moretti wirkte schon immer wie ein Geistlicher. Seine Filme mögen ein anderes Temperament, eine andere Dynamik haben, aber immer handeln sie von der Suche nach Antworten. Und wenn sie sich dabei nicht finden ließen – sein letzter Film, „Der Italiener“, fragte schließlich: Wie lässt es sich leben unter Berlusconi? – ist das auch eine Antwort.

Post von Paulus

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