WarschauPolens Oppositionsmedien sind entsetzt: Eines der größten Verlagshäuser des Landes, die Verlagsgruppe Polska Press, die der bayerischen Verlagsgruppe Passau und dem Verleger Alexander Diekmann gehört, wurde an den Konzern Orlen verkauft, an dem der polnische Staat rund 27 Prozent der Aktien hält. Das  Unternehmen, das Tankstellen und Raffinerien besitzt, wird 20 Tageszeitungen, 120 Wochenzeitungen und Magazine und 500 Internetportale von dem deutschen Verlagshaus übernehmen. Konzernchef Daniel Obajtek zeigte sich begeistert. „Wir übernehmen die Verlagsgruppe Polska Press und bekommen damit Zugang zu 17,4 Millionen Nutzern“, sagte der Konzernchef am Montag in Warschau. Das deutsche Verlagshaus wolle sich auf seine Arbeit in Deutschland konzentrieren.

Der Coup erschüttert die Medienwächter Polens, da  Orlen fest in den Händen der Regierungspartei PiS ist. Er übernimmt 20 von 24 der nicht vom Staat finanzierten Regionalzeitungen, darunter den Danziger Dziennik Baltycki oder die Breslauer Gazeta Wroclawska. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt. Die Transaktion muss noch von der Kartellbehörde genehmigt werden.

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