Köln - Das Video ist raus: Die deutsche Version von „Do they know it's Christmas“ hatte am Freitagabend Premiere. Offiziell auf ARD. Kurz vor der Tagesschau wurde das Lied, an dem sich unter anderem Die Toten Hosen, Marteria, Cro, Max Herre, Jan Delay und Udo Lindenberg beteiligten, gezeigt. Inoffiziell war es aber schon vorher zu sehen. Einige beteiligte Künstler hatten es am Freitagnachmittag bereits auf ihren Facebook-Seiten gezeigt. Unter anderem der Rapper Cro und die Fantastischen Vier.

Seit Freitag steht die Version auch in Internet-Mediatheken zum Download bereit. Aufgenommen wurde das Lied vor einigen Tagen in einem Tonstudio in Berlin, organisiert von Campino. Der Sänger (52) hat für die deutsche Version des Weihnachtsklassikers „Do They Know It's Christmas?“ lange tüfteln müssen. „Die Übersetzung dieses Liedes ins Deutsche, das ist ein Himmelfahrtskommando“, sagte der Sänger der Toten Hosen am Freitag.

Auf Wunsch des Musikers Bob Geldof (63) hatte Campino die Ebola-Hilfsaktion deutscher Künstler initiiert. „Wir haben halt versucht, die größten Flachheiten da raus zu halten und irgendwie 'nen Text abzuliefern, hinter dem alle Künstler stehen können“, erzählte Campino. Der Druck sei groß gewesen, da man die Leute ja nicht in irgendeine peinliche Sache habe reinziehen wollen.

Lob vom Gesundheitsminister

Als Single-CD wird sie nach Angaben der Plattenfirma Universal Music ab 5. Dezember verkauft. Geldorf schrieb und veröffentlichte „Do they know it's Christmas“ ursprünglich 1984, um Geld für den Kampf gegen eine Hungersnot in Äthiopien zu sammeln. Für die Aufnahme versammelte er viele namhafte Künstler, mit denen er später in wechselnden Besetzungen unter dem Namen Band Aid auch bei Wohltätigkeitskonzerten Geld für Afrika sammelte. Der Text wurde in der neuen Fassung des Liedes abgeändert, um auf das Thema Ebola einzugehen.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat die „Band Aid Thirty“-Initiative bekannter Musiker im Kampf gegen Ebola gelobt.

„Das ist ein starkes Zeichen dafür, dass jenseits von medizinischer Hilfe jeder einen Beitrag leisten kann“, erklärte Gröhe am Freitag in Berlin. „Und aus vielen kleinen Beiträgen kann etwas Großes entstehen. Zu helfen lindert nicht nur Not, sondern kann auch Freude bereiten.“

Wo Lob, da ist natürlich auch die Kritik nicht weit. In den sozialen Netzwerken wird der Song von einigen Nutzern zerrissen. Sowohl das Lied selbst, als auch die Auswahl der Künstler kamen in einigen Tweets nicht gut weg.

(tis)