BerlinIn Berlin gibt es eine Gegend, die die Etablierteren in der Community der Deutsch-Vietnamesen manchmal abfällig Ben Khong Chon nennen – Dorf der allein erziehenden Mütter. Teile Marzahns gehören dazu, Teile von Lichtenberg und Mitte. In diesen Stadtteilen leben 17.000 der 30.000 Berlinerinnen und Berliner mit vietnamesischem Migrationshintergrund. Seit 2007 hat sich ihre Zahl nahezu verdoppelt und zwar auch durch Zuzug aus Vietnam. Doch über den weiß man in Deutschland wenig, es sei denn man arbeitet in den entsprechenden Ämtern.

So etwas kann man in dem gerade erschienenen Buch „Ist Zuhause da, wo die Sternfrüchte süß sind?“ erfahren. Die Autoren, und unter ihnen sind viele mit einem vietnamesischem Namen, setzen sich mit viet-deutschen Lebensrealitäten auseinander und bieten seltene und deshalb umso kostbarere Innensichten dieser zu Vorzeige-Immigranten stilisierten Bevölkerungsgruppe. Sie besteht längst nicht mehr nur aus ehemaligen Vertragsarbeitern in Ost- und Boat-People in Westdeutschland sowie deren Nachkommen. Den größten Anteil machen Vietnamesen aus, die vom Ende der 1990er-Jahre an nach Deutschland gekommen sind, mehrheitlich Frauen. Ihren Aufenthaltstitel haben sie oft auf verschlungenen Wegen erworben, etwa, indem ein Deutscher die Vaterschaft für eines ihrer Kinder übernommen hat. Sie sind die Alleinerziehenden, von denen eingangs die Rede war.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.