Billie Eilish, 19, sorgt mit einem neuen Look für Aufmerksamkeit. Bislang war die Sängerin für ihre eher androgyne Erscheinung bekannt, ihre grün-schwarzen Haare, bequeme Riesen-Pullis, Baggy-Hosen … Doch nun räkelt sie sich auf dem Cover der britischen Vogue im Stile eines Pin-up aus den 50er-Jahren – das Arrangement mit blonder Frisur und rosa Korsage soll offenbar an Marilyn Monroe erinnern. In dem dazugehörigen Interview liefert Eilish dann auch das passende Motto zu der rasanten Wandlung: „Veränderung ist eines der schönsten Geschenke, das es auf der Welt gibt.“

Billie Eilish: „Es geht nur darum, warum du dich gut fühlst.“

Dass sie mit ihrem neuen Outfit eher ein Klischee bedient, stellt Eilish in Abrede: „Ich fühle mich irgendwie mehr als Frau.“ Bereits im März hatte die Künstlerin ihre Fans mit einer neuen, platinblonden Frisur überrascht. Das Echo war überaus positiv, wie sie jetzt im Interview verrät: „Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass der neue Look total bescheuert aussehen wird. Doch es war die perfekte Verwandlung für mich!“ Dazu erklärt sie noch, worauf es ihr bei alldem ankommt. „Es geht nur darum, was dich gut fühlen lässt.“ Mit anderen Worten, bloß keine falschen Rücksichten!

In dem Zusammenhang möchte Eilish mit dem „merkwürdigen Missverständnis“ aufräumen, dass es bei der Selbstverwirklichung irgendwelche Grenze gebe: „Macht, was ihr wollt, wann immer ihr es wollt!“ Alles sollte also möglich sein, wenn es denn helfe, sich gut zu fühlen: „Wenn du dazu eine OP brauchst, dann zieh sie durch. Und wenn du ein Kleid tragen willst, über das andere lästern, dass es dich dick aussehen lässt – kümmere dich einen Sch… darum! Wenn du dich darin gut fühlst, dann siehst du auch gut darin aus!“ Aber wo soll der radikale Subjektivismus bloß hinführen?

Eilish versucht es mit einer politische Botschaft. Bereits mit ihrem neuen Song „Your Power“ – darin geht es um Missbrauch, Zwang und Macht – habe sie ein klares Zeichen gegen Sexismus setzen wollen. „Ich kenne kein Mädchen und keine Frau, die nicht schon seltsame oder schlechte Erfahrungen gemacht hat. Männer auch – Jungen werden ständig benutzt“, erklärt Eilish im Interview. Es mache dabei auch keinen Unterschied, wie stark oder schlau jemand sei: „Das ist ein großes Problem, wenn es um häusliche Gewalt und sexuellen Missbrauch von Jugendlichen geht.“ 

Und dafür zeigt sich Eilish mit Korsage und als Marilyn-Monroe-Lookalike? Es geht ihr offenbar um die Demonstration von absoluter Selbstbestimmung, Autonomie, Freiheit – in ihrer ganzen Stärke und Wucht. Und zwar unabhängig von der Frage, ob bei ihrem Auftritt auch wirklich alles zusammenpasst. Gefragt nach dem Zweck ihres Auftritts als Pin-up antwortet sie: „Meine Sache ist, dass ich tun kann, was immer ich möchte.“ Mehr Antwort braucht es offenbar nicht: Ihren Fans gefielen die Fotos sehr. Eilish sammelte binnen weniger Stunden 17 Millionen Likes.