Wer etwas über Bodyshaming im Netz lernen möchte, der muss in den gängigen Plattformen nur mal den Namen Sophia Thiel eingeben. Die Bodybuilderin und Fitness-Influencerin hat gerade eine fast zweijährige Social-Media-Pause beendet und ist nun mit neuen Videos zurück. In einem davon geht sie im Bikini eisbaden. Den Umstand, dass die 25-Jährige etwas zugenommen hat, kommentieren einige Nutzer mit der aus dem Netz leider schon so hinlänglich bekannten Häme. Ein User postet das Bild eines Seehundes und bemerkt, so gut gepolstert friere man im kalten Wasser nicht. Auf Twitter schreibt jemand: „Früher hatte man Angst, von Sophia Thiel verprügelt zu werden. Heute hat man Angst, gegessen zu werden.“ Auch wenn die gebürtige Rosenheimerin nach ihrem Comeback im Netz von den meisten Nutzern viel Zuspruch erfährt, fiese Kommentare und Beleidigungen wird sie nicht los. 

Dabei geht das Bodyshaming in beide Richtungen: Wiegt man ein paar Kilos mehr, tun einige so, als dürfe man plötzlich keine Tipps mehr zum Thema Fitness und gesunde Ernährung geben. Thiel, die zeitlebens mit Diäten und Gewichtsschwankungen zu tun hatte, kennt aber auch die andere Seite. War sie dünner als jetzt, verglichen sie die in der Anonymität des Internets gut versteckten Kommentatoren mit einer „abgemagerten Helene Fischer“. Thiel, die auf Instagram 1,3 Millionen Follower hat, erzählt, sie habe sich nach Jahren auf Social Media wie eine Versagerin gefühlt. Die vielen Hasskommentare seien ein wichtiger Auslöser für ihren Rückzug im Mai 2019 gewesen.

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