Die Boyband BTS ist derzeit Südkoreas bekanntester und erfolgreichster Musikexport und stürmte im vergangenen Jahr als erste K-Popband die amerikanischen Album-Charts. Nun haben die Bangtan Boys, wie das Septett auch genannt wird, per Twitter den in den USA grassierenden Rassismus gegenüber asiatischstämmigen Menschen angesprochen: „Was gerade geschieht, ist nicht von unserer Identität als Asiaten zu trennen“, schreibt die Band in ihrem Tweet sowohl in koreanischer wie auch englischer Sprache. 

BTS unterstützen auch die „Black Lives Matter“-Bewegung

Damit beziehen sich BTS offensichtlich auf den Vorfall in und um Atlanta im US-Bundesstaat Georgia, bei dem in drei Massage-Salons acht Menschen erschossen wurden. Die Todesopfer waren überwiegend asiatisch. Die Band berichtet auch von eigenen Rassismus-Erfahrungen: „Wir erinnern uns an Momente, in denen wir als Asiaten diskriminiert wurden. Wir haben Schimpfwörter ohne Grund ertragen und wurden für unser Aussehen verspottet. Wir wurden sogar gefragt, warum Asiaten auf Englisch sprechen.“

Ihre Erfahrungen seien aber unbedeutend im Vergleich zu den Ereignissen der letzten Wochen, schränken BTS ihr Statement demonstrativ bescheiden ein. Ihnen ginge es vielmehr darum, dass „du, ich und wir alle das Recht haben, respektiert zu werden“, schließen sie ihren Appell unter dem Hashtag #StopAsianHate. Die Band äußert sich nicht zum ersten Mal politisch, im vergangenen Jahr unterstützte sie die „Black Lives Matter“-Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA und spendeten eine Million Dollar an die Bewegung.

Wehrhafte Community: Proteste gegen Bayern 3 und Jay Leno

BTS ist eine der erfolgreichsten Bands des Genre K-Pop, in dem meist auf Koreanisch gesungen wird. Zuletzt brachten sie auch teilweise englischsprachige Songs heraus. Die K-Pop-Szene ist dafür bekannt, besonders leidenschaftliche Fans zu haben. Sie tauschen sich über soziale Medien aus und kommunizieren teils über Apps mit den Künstlern. Damit sorgen sie dafür, die Musik ihrer Idole im Netz präsent zu halten und die Verkäufe ihrer Alben zu steigern. Aber auch dafür, dass sich die politischen Botschaften ihrer Idole schnell verbreiten.

Das musste zuletzt Matthias Matuschik erfahren: Der Moderator des Radiosenders Bayern 3 hatte BTS in einer Livesendung mit dem Coronavirus verglichen – mit „irgendein Scheißvirus, wogegen es hoffentlich bald ebenfalls eine Impfung gibt“ – und sich daraufhin einen größeren Shitstorm eingefangen. Die Fans der Band warfen Matuschik schlimmsten Rassismus vor. Und unter dem Hashtag #Bayern3Racist beschuldigten ihn Nutzer, nicht nur BTS , sondern die gesamte „asiatische Gemeinschaft“ beleidigt zu haben.

In den USA hat sich gerade der legendäre „Tonight Show“-Moderators Jay Leno dafür entschuldigt, dass er jahrelang herablassende Witze über Asiaten und die asiatische Gemeinschaft gemacht hat. Die Entschuldigung folgte nach einer fast 15-jährigen Kampagne der Aktivistengruppe „Media Action Network for Asian Americans“ (MANAA). Die Organisation zählte nach eigenen Angaben „zwischen 2002 und 2012 mindestens neun Witze von Leno über Koreaner oder Chinesen, die Hunde oder Katzen essen“ – und bewies einen langen Atem. Bis Leno einlenkte.