Britney Spears, 39, hat sich nach ihrer spektakulären Anhörung vor einem Gericht bei ihren Fans auf Instagram gemeldet und entschuldigte sich dafür, dass sie ihnen ein „Märchen“ aufgetischt hatte. Bei dem Termin hatte die Sängerin sich mit drastischen Schilderungen gegen die Vormundschaft durch ihren Vater gewehrt. Spears verglich ihre Betreuung mit Zwangsprostitution und Menschenhandel: „Man wird zur Arbeit gezwungen und muss sämtliche Besitztümer wie Kreditkarten, Geld, Handy und Reisepass abgeben.“ Damit gab sie ein ganz anderes Bild vom ihrem Leben ab, als sie es bis dahin in den sozialen Netzwerken getan hatte.

Spears: „So zu tun, als ob ich okay bin, hat mir geholfen.“

Dafür nun also die Entschuldigung, sie beginnt allerdings mit einer Art von Rechtfertigung: „Ich glaube fest daran, dass die Leute ein märchenhaftes Leben sehen wollen. Und wenn man meine Postings sieht, dann sieht mein Leben wirklich ziemlich fantastisch aus.“ Zur Erläuterung postet Spears ein Zitat, das von Albert Einstein stammen soll: „Wenn du willst, dass Kinder intelligent werden, lese ihnen Märchen vor. Wenn du willst, dass sie noch intelligenter werden, lese ihnen mehr Märchen vor.“

Dann fährt Spears aber fort: „Ich entschuldige mich dafür, dass ich in den letzten zwei Jahren so getan habe, als sei ich okay. Ich habe es getan, weil ich zu stolz war und es mir peinlich war zu teilen, was mir widerfahren ist. Und mal ehrlich, wer will sich nicht auf Instagram von einer witzigen Seite zeigen!“ So wie schon vor Gericht unterstreicht Spears noch einmal, dass sie „nicht möchte, dass die Leute denken, mein Leben sei perfekt, denn das ist es GANZ BESTIMMT ÜBERHAUPT NICHT.“

Spears scheint sich mit dem Verhältnis von Wahrheit und Lüge eingehender beschäftigt zu haben. So beendet sie ihren Post: „Ob ihr es glaubt oder nicht, so zu tun, als ob ich okay bin, hat mir tatsächlich geholfen. Deshalb habe ich beschlossen, dieses Zitat heute zu posten. Ich bin durch die Hölle gegangen, aber Instagram hat mir geholfen, präsent zu bleiben. Einfach zu fühlen, dass ich von Bedeutung bin – egal was ich gerade durchmache. Und hey, es hat funktioniert!“

„Ich will mein Leben zurück. Das waren 13 Jahre und es ist genug.“

Am Mittwoch hatte Spears bei der Anhörung vor einem Gericht in Los Angeles die Beendigung der Vormundschaft über ihre Person und ihre Finanzen gefordert. Ihre 23 Minuten lange Stellungnahme, die in einem Video-Call übertragen wurde mündete in dem Satz: „Ich will bloß mein Leben zurück. Das waren 13 Jahre und es ist genug.“ Sie fühle sich von ihrer Familie und von Managern ausgenutzt.

Nachdem Spears wegen beruflicher und privater Probleme psychisch zusammengebrochen war, hatte ein Gericht 2008 entschieden, ihrem Vater die Vormundschaft zu übertragen. Seither verwaltete James Spears, 68, als gesetzlicher Vormund das Vermögen und andere belange seiner Tochter; ihm steht mittlerweile eine Finanztreuhänderin zur Seite.

Wie geht es nun weiter? Am Ende der Anhörung hatte Richterin Brenda Penny gesagt, sie erwarte nun, dass Spears’ Anwalt den Antrag einreichen werde, die Vormundschaft zu beenden. Samuel D. Ingham III kündigte an, die entsprechenden Schritte einzuleiten. Die nächste Gerichtsanhörung ist für den 14. Juli angesetzt.