Britney Spears, 39, „hat es satt, ausgenutzt zu werden“. Bislang versiegelte Gerichtsakten enthüllen: Die Künstlerin versucht seit mindestens sieben Jahren, sich aus der Vormundschaft ihres Vaters zu befreien. Die New York Times (NYT) hatte Einblick in die Akten, demnach hat ein Ermittler im Auftrag des Gerichts alle Beteiligten befragt. Über Spears berichtet er, dass sie darüber verbittert war, „die Einzige zu sein, die Geld verdient, und alle anderen um sie herum auf ihre Kosten leben“.

Der Vater soll sie mit 40 Grad Fieber auf die Bühne geschickt haben

Die Sängerin möchte ihren Vater also seit geraumer Zeit loswerden. Jamie Spears wurde nach dem Nervenzusammenbruch seiner Tochter 2008 als Vormund eingesetzt. Laut den Gerichtsakten hatte sich die Tochter bereits 2014 mit einem Antrag an das Gericht in Los Angeles gewandt, um ihren Vater als Vormund abzulösen. Ihr Anwalt Samuel D. Ingham III begründete den Antrag damit, dass Jamie Spears zu viel Alkohol trinke, und übergab dem Gericht eine weitere „Beschwerdeliste“ seiner Mandantin.

So wurde 2016 der Ermittler eingesetzt. Der berichtet laut NYT von einer „komplizierten Dynamik“ zwischen Vater und Tochter. Jamie Spears habe beschlossen, „die Dämonen seiner erwachsenen Tochter zu bekämpfen“. Die wiederum beschreibt ihren Vater als „besessen“ – er habe alles kontrollieren wollen. „Sie (Britney Spears) erklärte, dass sie das Gefühl habe, dass die Vormundschaft ein unterdrückendes Instrument gegen sie geworden sei … Es gebe viel zu viel Kontrolle.“

Die Künstlerin durfte weder Freunde treffen noch gar Beziehungen haben, die ihr Vater nicht vorher abgesegnet hatte. „Nicht einmal die Farbe der Küchenschränke durfte sie ändern, weil es Jamie zu teuer fand.“ Obwohl die Sängerin mit ihren Auftritten in Las Vegas Millionen verdiente, ist sie laut des mit Details nicht sparsamen Gerichtsberichts mit nur 2000 Dollar wöchentlichem Taschengeld abgespeist worden. Alle Ausgaben darüber hinaus, habe ihr Vater genehmigen müssen.

AP//Nick Ut
Jamie Spears: Von seiner Tochter „besessen“?

Besonders schockierend: Als sie ein Konzert absagen wollte, weil sie mit 40 Grad Fieber im Bett lag, soll Jamie Spears sie gezwungen haben, trotzdem auf die Bühne zu gehen. Nun dürften dergleichen Enthüllungen in der NYT allerdings kein Zufall sein. Denn im Vormundschaftsstreit will Britney Spears am Mittwochnachmittag (Ortszeit) persönlich vor Gericht aussagen.

Ihr Auftritt in Los Angeles wird mit Spannung erwartet, er könnte dem Rechtsstreit eine entscheidende Richtung geben. Bei einer virtuellen Anhörung vor Richterin Brenda Penny, bei der auch Jamie Spears und die Anwaltsteams beider Seiten zugeschaltet sind.