Gerade mal 28 Jahre alt ist Cardi B und steht schon an dem Punkt, den viele als Karrieregipfel bezeichnen würden. Zumal wenn man sich anschaut, wo die 1992 in New York geborene Belcalis Marlenis Almanzar, so ihr bürgerlicher Name, herkommt. Als Tochter einer trinidadischen Mutter und eines dominikanischen Vaters wuchs sie in der Bronx auf, im Viertel Highbridge, in dem fast 40 Prozent der Familien unterhalb der Armutsgrenze leben. „Ich habe wirklich gute Eltern, sie sind arm. Sie haben regelmäßige, schlechte Jobs“, erzählte die Rapperin mal in einem Interview. „Sie sind wirklich gute Leute, ich bin nur in schlechter Gesellschaft aufgewachsen.“

In ihrer Jugend war Cardi B mit Gangs unterwegs, sie jobbte in einem Supermarkt und begann als Stripperin zu arbeiten, um der Armut zu entkommen. Später gab sie zu, während dieser Zeit Männer in ein Hotelzimmer gelockt, unter Drogen gesetzt und danach ausgeraubt zu haben. Ihr damaliges Verhalten sei „notwendig gewesen sei, um zu überleben“, verteidigte sich die Musikerin, die mit ihrer Vorgeschichte in Sachen Authentizität und Credibility jedenfalls bei ihren Fans nur punkten kann. Der amerikanische Traum, bei Cardi B sieht man, dass er wahr werden kann.

Über Reality-Formate und virale Videos, die sie auf Instagram und Vine veröffentlichte, wurde die 28-Jährige zum Star. Die Musikerin, die für einen aggressiven Flow und aufrichtige Texte bekannt ist, gilt schon jetzt als eine der einflussreichsten Rapperinnen aller Zeiten, im Jahr 2018 führte das Nachrichtenmagazin Time sie in seiner jährlichen Liste der 100 einflussreichsten Personen der Welt auf. Ihr Debüt-Studioalbum „Invasion of Privacy“ von 2018 bezeichneten Musikkritiker als „eines der mächtigsten Debüts dieses Jahrtausends“. Es erreichte Platz Eins der US-Charts und war das am meisten gestreamte Album einer Künstlerin in einer einzigen Woche bei Apple Music.

Heute wird ihr Vermögen auf 21 Millionen Euro geschätzt. Doch das soll erst der Anfang sein: Cardi B, die Rihanna und Jay-Z als ihre Vorbilder sieht, erklärte jetzt in einem Fan-Interview auf der Audio-Plattform Stationhead: „Rihanna kommt aus einem karibischen Land wie meine Eltern und ist Milliardärin. Das will ich. Ich will eine Milliarde-Dollar-Frau sein und eine riesige Marke aufbauen.“ Auch Jay-Z komme aus einem ähnlichen Viertel wie sie und sei Milliardär: „Es dreht sich alles um Strategie, ums Händeschütteln und darum, Pläne zu verwirklichen.“

Erst kürzlich hatte die Grammy-Preisträgerin und Mutter einer kleinen Tochter in einem Gespräch mit Mariah Carey über Geld geredet. Sie prangerte die ungleiche Bezahlung von weißen und schwarzen Künstlerinnen an. „Ich habe Vorurteile erlebt. Ich war in Werbeverträge verwickelt und habe dann rausgefunden, dass gewisse weiße Menschen von derselben Firma mehr Geld für ihre Verträge bekommen haben“, sagte Cardi B. 

Sie informiere sich, ergänzte die Rapperin. Sie wisse, wie viel Geld sie der Firma eingebracht habe. „Da frage ich mich: ‚Wenn du mir nicht zahlst, was du diesen anderen Menschen zahlst, wie kommt das?‘ Es ist etwas beleidigend.“ Ob sie mit Blick auf die Musik- und Modeindustrie von Rassismus sprechen würde, wisse sie aber nicht.