Ihre Karriere begann die heute 56-jährige Désirée Nosbusch im Alter von zwölf Jahren als Moderatorin bei Radio Luxemburg. Bald darauf berichtete sie mit Anke Engelke für die ARD von der Internationalen Funkausstellung in Berlin. Im Lexikon der TV-Moderatoren von Michael Völkel steht, Nosbusch sei wohl „die erste freche Jungmoderatorin im deutschen Fernsehen“ gewesen. Es folgten Filmrollen in Kino und Fernsehen, Moderationen und Galas, bei denen die gebürtige Luxemburgerin auch von einem besonderen Talent profitierte: Sie spricht sechs Sprachen fließend.

Zuletzt sorgte Nosbusch mit ihrer Rolle im TV-Serienhit „Bad Banks“ für Aufsehen – es war für sie auch eine Art Comeback. Sie hatte eine schauspielerische Durststrecke hinter sich, wartete jahrelang auf eine Rolle, die sie fordert – bis Regisseur Christian Schwochow sie 2018 als eiskalte Bankenchefin Christelle Leblanc besetzte. „Ich gebe offen zu, dass ich in Bezug auf die Schauspielerei seit einigen Jahren gehofft habe, dass da mal etwas anderes kommt. Eine Rolle, hinter der die Désirée mal richtig verschwinden kann“, sagte Nosbusch damals in einem Interview.

Die Hoffnung hat sich erfüllt, doch hadert die Schauspielerin auch weiterhin mit ihrer Branche und deren Maßstäben. Sie habe sich bei der Vergabe von Rollen jahrelang von Filmproduzenten zu sehr auf ihr Aussehen beschränkt gefühlt, sagte die 56-Jährige jetzt der Augsburger Allgemeinen. „Wir Frauen sind ja in diesem Beruf oft reduziert auf Optik und Alter, was ich im Übrigen sehr schade finde. Wenn eine Frau 40 wird, beginnt in den Produktionsbüros eine Uhr gegen sie zu ticken.“

Foto: Imago
Nosbusch Mitte der 80er-Jahre bei einem Fototermin.

Dann heiße es, sie sei nicht mehr frisch genug für die Geliebte oder für die hübsche Ehefrau: „Wenn man sich Filme anguckt, sieht man, dass 50-jährige Frauen von 35-Jährigen gespielt werden.“ Inzwischen habe sich bei ihr aber einiges verändert. Es seien andere Figuren und Rollen, die sie jetzt spielen dürfe. „Ich sag mal, das hat mich von gewissen Äußerlichkeiten befreit“, sagte Nosbusch.

Ihre Rolle in „Bad Banks“ empfinde sie als Glücksfall, um sich von gewissen Klischees zu befreien. Die Möglichkeit, eine Figur wie die Investmentbankerin Leblanc zu spielen, sei eine große Chance gewesen: „Seitdem merke ich, dass sich diese Frage nach der Optik bei mir nicht mehr stellt. Und darüber bin ich wahnsinnig dankbar.“