Berlin - Zuletzt hatten die Nachrichten bezüglich der Queen Anlass zu einiger Besorgnis gegeben. Erstmals seit Jahren sah man die 95-Jährige wieder am Stock, nach einem kurzen Klinikaufenthalt musste sie auch Termine absagen, die Ärzte rieten ihr zu einer längeren Ruhepause. Sehr widerstrebend soll sie den medizinischen Rat angenommen haben. Ausruhen, vermutlich weiß die Queen ja nicht einmal, was das ist. Selbst nach dem Tod ihres Mannes Prinz Philip im April war sie nicht kürzergetreten.

Und so zeigt sich auch dieser Tage wieder die sprichwörtliche „Stiff upper lip“, diese entschlossene, emotionslose Form der Pflichterfüllung, die allen Widrigkeiten trotzt. Davon zeugen nicht nur die Aufnahmen, die Elizabeth II. am Steuer eines Autos zeigen, sondern auch ihr unbedingter Wille, wieder offizielle Termine wahrzunehmen. Eine besondere Herzensangelegenheit dürfte der Weltklimagipfel in Glasgow sein, den die Monarchin eigentlich persönlich hatte besuchen wollen. Stattdessen sendete sie nun eine Videobotschaft, einen energischen Appell an die versammelten Staatenlenker.

Darin brachte die Königin ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass sich die Staats- und Regierungschefs der Welt „über die Politik des Augenblicks erheben“ und bei der Bewältigung der Klimakrise „wahre Staatskunst erreichen“. Die Welt habe die Chance, „eine sicherere und stabilere Zukunft für unsere Bevölkerung und den Planeten, von dem wir abhängig sind, zu schaffen“. Elizabeth erinnerte an ihren Mann, der schon vor mehr als einem halben Jahrhundert vor der Gefahr einer „immer unerträglicher werdenden“ Weltverschmutzung gewarnt hatte. Sie bleibe aber zuversichtlich: „Keiner von uns unterschätzt die vor uns liegenden Herausforderungen. Aber die Geschichte hat gezeigt, dass es immer Raum für Hoffnung gibt, wenn Nationen zusammenkommen. Seite an Seite haben wir die Fähigkeit, die unüberwindbarsten Probleme zu lösen.“

Neben den Worten war auch das Setting sorgfältig gewählt: Die Queen trug ein leuchtend grünes Kleid und eine diamantbesetzte Schmetterlingsbrosche – ein Verlobungsgeschenk von Philip. Dieser war auf einem Foto im Hintergrund zu sehen: Es zeigte den Herzog von Edinburgh 1988 in Mexiko, umflattert von Monarchfaltern.

Diese wunderschönen, orangefarbenen Schmetterlinge legen bei ihren Wanderungen Tausende Kilometer zurück – ein fragiles wie bedrohtes Naturphänomen.