Königin Elizabeth II., 94, macht ihrem Ruf alle Ehre und erfüllt nur wenige Tage nach dem Tod ihres Ehemanns Prinz Philip schon wieder ihre royalen Pflichten: Sie verabschiedete den leitenden Beamten des Hofes, den sogenannten Lord Chamberlain, in den Ruhestand. Das ist insofern überraschend, als der Palast erst am Wochenende mitgeteilt hatte, dass weder die Königin noch die königliche Familie öffentliche Aufgaben wahrnehmen, sondern eine zweiwöchige Trauerzeit einhalten würden. Allerdings hieß es auch, Mitglieder der Royal Family würden „weiterhin den Umständen entsprechende Verpflichtungen eingehen“. 

Beisetzung nur im kleinsten Familienkreis

Offenbar waren die Umstände jetzt danach, schließlich handelt es sich bei dem Lord Chamberlain um den wichtigsten Beamte am königlichen Hof. Er übersieht die Ernennung von Führungskräften und sorgt für die Kommunikationskanäle zwischen Königin und dem Oberhaus House of Lords sowie zwischen Buckingham-Palast und Clarence House, der Residenz von Thronfolger Prinz Charles. Zuletzt hatte William Peel, 73, das Amt inne und ging am 1. April nach 14 Jahren im Amt in den Ruhestand. Nun also wurde er offiziell verabschiedet und gab bei einer Zeremonie auf Schloss Windsor die Amtsabzeichen zurück.

Sein Nachfolger ist Andrew Parker, Baron von Minsmere, 59, zuvor Chef des Geheimdiensts MI5. Der Ex-Spion kümmert sich auch um die Beisetzung von Prinz Philip am kommenden Sonnabend. Hier kann wegen der Corona-Bestimmungen nur ein kleiner Kreis von 30 Personen teilnehmen. Sie müssen Abstand halten und Mund-Nasen-Masken tragen. Erwartet wird, dass fast ausschließlich Familienmitglieder anwesend sein werden. Britische Medien berichteten, dass als einziger Nicht-Royal Philips langjähriger Privatsekretär Archie Miller Bakewell an der Trauerfeier auf Schloss Windsor teilnehmen könnte.

Die Bevölkerung soll der Trauerfeier fernbleiben

Prinz Philip war am Freitag im Alter von 99 Jahren auf Schloss Windsor gestorben. In diesem Zusammenhang bat der Bürgermeister von Windsor die Öffentlichkeit angesichts der Pandemie, nicht zur Trauerfeier von Prinz Philip zu kommen: „Es ist eine sehr schwierige Zeit und die Menschen haben sehr starke Gefühle“, sagte John Story der britischen Nachrichtenagentur PA. „Aber wir müssen jeden bitten, die eigene Gesundheit und Sicherheit und die von anderen ganz oben auf die Prioritätenliste zu setzen und nicht nach Windsor zu kommen.“

Foto: Imago/Vudi Xhymshiti
Der Bürgermeister von Windsor: Die Trauerprozession wird sich innerhalb der Mauern des Schlosses abspielen.

Der Bürgermeister betonte, dass sich alles – selbst die Trauerprozession – innerhalb der Mauern des Schlosses abspielen und es für Besucher nichts zu sehen geben werde. Am Dienstag waren bereits Spezialeinheiten der Polizei in Windsor im Einsatz, die Telefonzellen, Mülleimer und Briefkästen nach verdächtigen Gegenständen absuchten. (mit dpa)