Zumindest in der Gunst der Zuschauer machte sich das Wegbleiben des Castingshow-Urgesteins Dieter Bohlen erst einmal nicht bemerkbar. „Deutschland sucht den Superstar“ wollten auch ohne seinen prominentesten Juror am Samstagabend 3,22 Millionen Zuschauer sehen. Einen Marktanteil von 11,8 Prozent ergibt das für das Halbfinale der Gesangsshow, bei den 14- bis 49-Jährigen betrug der Marktanteil sogar starke 19,2 Prozent. Dabei konnte von Frische erst einmal gar nicht die Rede sein: Zur Live-Moderation setzte RTL auf Allzweckwaffe Oliver Geissen, und als Bohlen-Ersatz in der Jury fungierte Deutschlands Showmaster-Dino Thomas Gottschalk. Der 70-Jährige ließ es sich nicht nehmen, die Anmoderation der Show zu übernehmen, bevor er seine Rolle als Stargast-Juror neben Maite Kelly und Mike Singer in der Jury übernahm.

In der ersten Liveshow der 18. „DSDS“-Staffel sagte Gottschalk zu Beginn: „Auch Titanen können stürzen, und das ist dem Dieter passiert. Wir wünschen ihm natürlich, dass er schnell wieder aufsteht. Gute Besserung, Dieter!“ Damit spielte er auf den Umstand an, dass Bohlen zuvor seine Teilnahme am Halbfinale und Finale abgesagt und einen Krankenschein eingereicht hatte. Doch schon einige Wochen zuvor hatte RTL angekündigt, dass Bohlens Zeit in der Show nach fast 20 Jahren endet.

Gottschalks kleiner Seitenhieb auf Bohlen

Aber Bohlen wäre nicht Bohlen, würde er so einfach sang- und klanglos verschwinden. Auf Instagram inszenierte er seinen ganz eigenen Abschied. Dort äußerte sich der 67-jährige Musikproduzent nur wenige Minuten vor Beginn der Liveshow erstmals zu seiner Trennung vom Sender. Und zeigte sich in dem kurzen Videoclip doch erstaunlich fit und so gar nicht krank oder angeschlagen. Auch von den Folgen eines Sturzes war nichts zu sehen. Er habe super viele Angebote bekommen und müsse nun erst mal schauen, was er jetzt mache, so Bohlen. „Es öffnen sich tausend neue Türen, wenn eine wieder zugeht. Ich plane Großes und ihr werdet von mir hören.“

Es war ein Signal – an seine Fans und an den Sender, mit dem er so lange verbunden war, nicht nur bei „DSDS“, sondern auch beim „Supertalent“, wo seine Zeit ebenfalls enden soll. Während im TV von einem Sturz die Rede war und von Krankheit, zeigt sich Bohlen also fidel und gut gelaunt. Es war das erste Mal, dass sich der Musikproduzent nach seinem RTL-Aus zu Wort meldete. 

Gottschalk derweil absolvierte seine Vertretung gewohnt routiniert und humorvoll. „Live-Fernsehen am Samstagabend, das ist doch wie gemacht für mich“, sagte der frühere „Wetten, dass..?“-Gastgeber. Er sehe seine Aufgabe im Wesentlichen darin, den Leuten Mut zu machen. „Denn wir leben doch in einer Phase, wo wahnsinnig viel gemeckert wird.“ War das etwa ein kleiner Seitenhieb auf Dieter Bohlen?