Viele Kinder von Hollywood-Stars wachsen im Lichte der Öffentlichkeit auf. Sie werden auf Instagram gezeigt, mit auf die roten Teppiche genommen – das süße Familienleben lässt sich schließlich wunderbar zur Selbstvermarktung nutzen. Ans Eingemachte geht es dabei nur selten. Schließlich soll der schöne Schein gewahrt werden, dabei würde man viel lieber wissen, wie es die Stars mit dem Alltag und der Kindererziehung halten, als zu erfahren, dass die glamouröse Familie auch mal im Schlafanzug zusammen auf der Couch abhängt. Haben eigentlich alle Nannys? Sehen die ihre Kinder überhaupt, erleben sie die Kämpfe beim morgendlichen Anziehen, nehmen sie sich die Zeit, mit ihnen Hausaufgaben zu machen, sie vom Kindergarten abzuholen?

Attachment Parenting, Helicopter Parenting, Natural Parenting – verschiedene Erziehungskonzepte werden auch unter Hollywood-Schauspielern diskutiert. Wenige aber geben sich so offen über ihre Elternschaft wie etwa Reese Witherspoon. Die Oscar-Preisträgerin sprach im vergangenen Jahr über ihre Sorgen als junge Mutter. „Ich wurde schwanger, als ich 22 war, und ich wusste nicht, wie man Arbeit und Mutterschaft in Einklang bringt. Um ganz ehrlich zu sein – ich hatte Angst“, sagte die 45-Jährige, die damals noch nicht so berühmt war, als dass sie Forderungen hätte stellen können, etwa was die Nähe der Drehorte zu ihren Kindern angeht. Witherspoon lässt auch ein wenig über ihren Erziehungsstil wissen: Sie sei überzeugt, strenge Liebe sei die beste Liebe. Es gebe Regeln zu Hause, sie müsse ihre Kinder zum Beispiel oft daran erinnern aufzuräumen. Manchmal werde es dann auch etwas lauter.

Barrymore: Kinder brauchen einen Fixstern zur Orientierung 

Gut zu wissen, möchte man da sagen. Witherspoon hatte sich mit ihrer Kollegin Drew Barrymore in deren Talkshow über Elternschaft unterhalten. Barrymore erwies sich als gute Gesprächspartnerin: Sie ist selbst Mutter, mit ihrem Ex-Mann, dem Kunsthändler Will Kopelman hat sie zwei Töchter – die achtjährige Olive und die sieben Jahre alte Frankie. Wie die 46-Jährige selbst ihre Eltern-Kind-Beziehung gestaltet, verriet sie jetzt im Interview mit Sängerin Demi Lovato. Dabei wurde deutlich: Barrymore ist für eine klare Rolleneinteilung. „Ich habe meinen eigenen Kindern gesagt: ‚Ich werde niemals eure Freundin sein‘“, sagte die Schauspielerin.

Natürlich könne man freundschaftlich miteinander umgehen, Sachen zusammen unternehmen, es müsse nicht diese strenge Beziehung sein. Aber Kinder bräuchten einen Fixstern zur Orientierung für ihr eigenes Verhalten sowie das grundlegende Wissen, im Zweifelsfall aufgefangen zu werden.

Barrymore sprach auch vor dem Hintergrund ihrer eigenen Kindheit, in der die Mutterbeziehung und die jeweiligen Rollen sehr undefiniert gewesen seien. Die Amerikanerin ist in einer Schauspielerfamilie groß geworden, wirkte schon im Babyalter in Werbespots mit und wurde im Alter von sieben Jahren durch Steven Spielbergs Außerirdischen-Film „E.T.“ weltberühmt. Mit dem schnellen Ruhm kamen große Probleme, Drogen- und Alkoholexzesse, Schulabbruch, der Aufenthalt in einer Nervenklinik. Sie kam bei verschiedenen Pflegefamilien unter, zog schon mit 15 in eine eigene Wohnung. Inzwischen scheint sie ihren Frieden mit der Vergangenheit gemacht zu haben: Sie würde nichts an ihrem Leben ändern wollen, das sei das Leben das sie kenne und liebe und an dem sie hart gearbeitet habe. Was sie ihrem jüngeren Ich heute sagen würde: „Nichts, es hätte doch eh nicht auf mich gehört.“

Erst kürzlich hatte die 46-Jährige in einem Radiointerview gesagt, sie habe nicht vor, bald wieder vor der Kamera zu stehen. Als Mutter sei es ihr wichtig, ihre Töchter selbst großzuziehen: „Ich möchte nicht am Filmset sein und das Kindermädchen fragen müssen, wie es den Kindern geht.“ Das werde sich erst wieder ändern, wenn ihre Töchter älter sind.