Berlin - Es gibt genügend Beispiele für berühmte Schauspieler, die als Quereinsteiger in die Politik gegangen sind: Arnold Schwarzenegger, Cynthia Nixon, Ronald Reagan, Clint Eastwood, um nur einige zu nennen. Auch bei George Clooney käme man leicht auf den Gedanken, dass er sich ein Amt zutrauen würde: Seit Jahren ist er politisch engagiert, legt den Finger in die Wunden, redet Klartext. Die Frage, ob der Hollywoodstar in die Politik gehen würde, liegt also durchaus auf der Hand.

Und so hakte auch der BBC-Interviewer am Wochenende beim US-Schauspieler diesbezüglich nach. Die Antwort war mehr als deutlich: Clooney denkt nicht über eine Zweitkarriere dieser Art nach. Auf die Frage, ob er jemals in die Politik gehen wolle, sagte er dem britischen Sender: „Nein. Weil ich eigentlich gern ein nettes Leben haben möchte.“ Er sei in diesem Jahr 60 geworden und habe mit seiner Frau Amal darüber gesprochen, dass sie beide viel arbeiteten und gottlob gesund seien. Aber in 20 Jahren werde er 80 sein, und: „Egal, wie viel du trainierst oder was du isst: Du bist dann 80 und deshalb habe ich gesagt: Wir müssen sicherstellen, dass wir diese Jahre bestmöglich genießen und leben.“

Sein Arbeitspensum will der auch als Regisseur tätige Publikumsliebling reduzieren: „Anstatt drei Jobs pro Jahr werde ich einen machen.“ Nicht zu arbeiten, das wäre aber nichts für ihn, sagte er in der „Andrew Marr Show“. Dort äußerte er sich auch zum Klima der politischen Spaltung in seiner Heimat: „Es gibt viele Dinge, die repariert werden müssen, es muss viel geheilt werden, und das wird Zeit brauchen“, so Clooney, der die demokratische Partei unterstützt und mit Präsident Biden befreundet ist.

Clooney über Donald Trump: „Er war nur ein Typ, der Mädchen jagte“

Auf Umfragen – nach dem Abzug der Amerikaner aus Afghanistan sackten Joe Bidens Zustimmungswerte ab – gebe er nicht viel, so Clooney. Die gingen hoch und runter, das sei auch bei Trump so gewesen. Für den Republikaner hat der Schauspieler erwartungsgemäß wenig übrig: „Ich kannte ihn, bevor er Präsident wurde. Er war nur ein Typ, der Mädchen jagte.“ Da Trump möglicherweise sein Comeback vorbereitet, fügte Clooney hinzu: „Er wird das eine Weile spielen und wir werden sehen, wohin wir als Land damit gehen. Meine Hoffnung ist, dass wir ein bisschen mehr Verstand haben, als das noch einmal zu tun.“

Clooney ist überzeugter Kriegsgegner und hat über seine Rollen und auch bei öffentlichen Auftritten immer wieder Stellung bezogen, so etwa gegenüber der Außenpolitik von George W. Bush. Er reiste in Krisenregionen und war jahrelang UN-Botschafter des Friedens. Clooney engagiert sich auch für den Klimaschutz.