Herzogin Meghan, 39, hat die nächste und vorläufig letzte Runde gegen die Mail on Sunday gewonnen. In dem lange währenden Rechtsstreit mit dem Boulevardblatt wurde ihr bereits recht gegeben: Die Veröffentlichung privater Briefe habe gegen ihre Persönlichkeitsrechte verstoßen, urteilte der Londoner High Court vor zwei Wochen. Nun verpflichtete das Gericht den Verlag zur Zahlung von zunächst 450.000 Pfund (rund 520.000 Euro) für die Kosten des Verfahrens.

Gericht: Verletzung des Urheber- und Persönlichkeitsrechts

Meghans Anwälte hatten zuvor eine Überbrückungszahlung von 750.000 Pfund innerhalb von zwei Wochen zur Abdeckung der rechtlichen Kosten gefordert – ebenso wie die Rückgabe von Kopien des von Meghan handgeschriebenen Briefs an ihren Vater, den das Blatt laut der Herzogin gar nicht hätte besitzen dürfen. Der Brief an Thomas Markle, 76, steht im Zentrum des Gerichtsverfahrens, weil die Mail on Sunday in mehreren Artikeln daraus zitiert hat.

Die Frau von Prinz Harry, 36, kann damit einen weiteren Erfolg gegen den Verlag verbuchen. Das Londoner Gericht hatte vor zwei Wochen der Abkürzung des Verfahrens zugestimmt und Meghan „die nachvollziehbare Erwartung“ bescheinigt, „dass die Inhalte des Briefs privat bleiben würden“. Die Zeitung hatte dagegen beteuert, der Brief sei von vornherein für die Veröffentlichung bestimmt und somit Teil einer Medienstrategie der Herzogin gewesen.

Zeitung soll Titelstory über Meghans Sieg veröffentlichen

Die Forderungen Meghans gegen die Mail on Sunday und die MailOnline sind weitreichend. Sie verlangt eine prominente Berichterstattung über ihren Sieg auf dem Titelblatt der Zeitung sowie auf deren Homepage, die dort „mindestens sechs Monate lang“ zu sehen sein soll. Am Dienstag forderten Meghan Anwälte zudem eine einstweilige Verfügung gegen den Verlag, um weitere „Urheberrechtsverletzungen und den Missbrauch privater Informationen“ zu verhindern.

Der Verlag DMG Media kündigte allerdings an, gegen die Abkürzung in Berufung gehen zu wollen. Der Richter erklärte, er halte es für unwahrscheinlich, dass ein anderes Gericht die Dinge anders bewerten würde. Letztlich müsse dies jedoch das Berufungsgericht entscheiden.