Berlin/London - Wir schreiben den 29. Juli 1981, als sich vor der Londoner St. Paul’s Cathedral Tausende Neugierige drängen und weltweit Millionen Menschen vor den Fernsehgeräten mehr oder weniger ergriffen innehalten. Der britische Thronfolger Prinz Charles und seine schüchterne Braut Diana Spencer geben sich das Jawort. Er ist 32 Jahre alt, sie gerade erst 20 geworden. Viele erinnern auch heute noch das ausladende, elfenbeinfarbene Brautkleid mit Puffärmeln, Rüschen und sieben Meter langer Schleppe.

Auch sonst wurde bei der Hochzeitsplanung wenig dem Zufall überlassen. Nach alter Tradition trug Diana etwas Neues (das Brautkleid), etwas Geborgtes (das Diadem von ihrer Schwiegermutter Elizabeth) und etwas Altes (die Spitze am Oberteil des Kleides stammte von Queen Mum). Charles schmückte die Uniform eines Kapitäns der britischen Marine. 3500 geladene Gäste waren Zeugen der Zeremonie. In der Kathedrale übergab der Brautvater Earl Spencer seine Tochter an Charles. In einem Interview im Jahr 1992 behauptete Diana, es sei der schrecklichste Tag ihres Lebens gewesen.

An der Kuchenauswahl kann es jedenfalls nicht gelegen haben: 23 offizielle Hochzeitstorten wurden dereinst für die royale Vermählung angefertigt, darunter ein fünf Fuß hoher Fruchtkuchen, der 225 Pfund wog. Aufgegessen haben die Hochzeitsgäste nicht, entnehmen wir den Neuigkeiten, die aus England zu uns hinüberschwappen.

dpa/Dominic Winter Auctioneers
Ein vom Auktionshaus Dominic Winter veröffentlichtes Foto zeigt ein Stück Torte von einer der 23 offiziellen Hochzeitstorten, die für die Hochzeit von Prinz Charles und Lady Diana angefertigt wurden.

Wie die Nachrichtenagentur PA am Mittwoch berichtet, soll 40 Jahre nach der Hochzeit von Charles und Diana ein übrig gebliebenes Stück Hochzeitstorte versteigert werden. Eine entfernte Verwandte hatte das 20 mal sieben Zentimeter große Stück am 29. Juli 1981 aufgehoben, es mit Folie frischgehalten und in einer geblümten Kuchendose verwahrt, hieß es. Auf der detailreich verzierten Kuchenglasur, die einen Marzipanboden überzieht, ist das royale Wappen zu sehen, wie auf Fotos zu erkennen ist.

Bereits im Jahr 2008 kaufte ein Sammler das offenbar gut erhaltene Erinnerungsstück, nun kommt es erneut unter den Hammer. „Es scheint immer noch in dem gleichen guten Zustand zu sein, wie es bereits damals verkauft wurde, aber wir raten vom Essen ab“, sagte Chris Albury vom Auktionshaus in Cirencester in der englischen Grafschaft Gloucestershire. Bei der Versteigerung am 11. August wird mit bis zu 500 Pfund (umgerechnet rund 588 Euro) für das Stück gerechnet. (mit dpa)