Prinz Harry ist zurück bei seiner schwangeren Ehefrau Meghan in den USA, und die Briten bleiben mit der Frage zurück, ob er und sein Bruder William sich denn nun nach der Trauerfeier für ihren verstorbenen Großvater Prinz Philip ausgesprochen haben oder nicht. Doch über etwaige Gespräche zwischen den beiden müssen weiter Lippenleser orakeln, genaueres über den Versöhnungs- oder Verstrittenheitszustand innerhalb der Royal Family weiß man auch Wochen nach dem Enthüllungsinterview bei Oprah Winfrey nicht.

Das Power Couple verfolgt ja auch längst eine andere als die royale Agenda, einen Mix aus Netflix-Deals und Charity. Die 39-jährige Meghan und ihr drei Jahre jüngerer Mann haben dafür im vergangenen Jahr eigens die Stiftung Archewell gegründet. Und auf deren Website kann man nachlesen, welches Ziel die Duchess und der Duke of Sussex derzeit in Angriff nehmen. Es geht um nicht weniger als eine gerechte Verteilung der Corona-Impfstoffe, für die sich Harry und Meghan in einem Statement aussprechen.

Im vergangenen Jahr habe die Welt gemeinsam Schmerzen, Verluste und Kämpfe erlebt. „Jetzt müssen wir uns erholen und gemeinsam heilen. Wir können niemanden zurücklassen“, heißt es in der Ankündigung des Paares. „Wir werden alle davon profitieren, wir werden alle sicherer sein, wenn jeder überall den gleichen Zugang zum Impfstoff hat. Wir müssen eine gerechte Verteilung der Impfstoffe anstreben und dadurch das Vertrauen in unsere Menschlichkeit wiederherstellen.“ Eine Mission, die kritscher und wichtiger nicht sein könne, wie es weiter heißt.

Wie diese Mission konkret verwirklicht werden soll, dazu gibt es erste Hinweise. Harry und Meghan wollen im Mai in Los Angeles bei einem Charity-Konzert auftreten. Das Event mit dem Namen Vax Live wird von Schauspielerin Selena Gomez moderiert, auch US-Präsident Joe Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris sowie die französischen und kanadischen Staatschefs Emmanuel Macron und Justin Trudeau werden erwartet. Jennifer Lopez und die Foo Fighters sollen auftreten. Das Konzert soll am 8. Mai im US-Fernsehen ausgestrahlt werden, am 9. Mai ist es ab 2 Uhr deutscher Ortszeit auf YouTube zu sehen.

Harry und Meghan rufen Unternehmen dazu auf, Covax, eine globale Initiative, die die Verteilung von Impfstoff in ärmeren Ländern koordiniert, mit Spenden zu unterstützen. Wie der Auftritt der beiden organisiert wird, ob sie live vor Ort sein oder per Videoschalte zugeschaltet werden, ist nicht bekannt.

Die Impfung ist bislang vor allem ein Privileg der reichen Länder

Rund fünf Monate nach dem Beginn der ersten Corona-Impfprogramme wurden laut einer auf offiziellen Daten basierenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP weltweit gut 1,002 Milliarden Dosen mit Corona-Impfstoff verabreicht. Mehr als die Hälfte davon entfallen auf die drei Länder USA, China und Indien. In der EU wurden bislang 128 Millionen Impfdosen verabreicht, die EU-weite Impfquote liegt bei 21 Prozent. Doch obwohl – vor allem dank der Covax-Initiative, an der unter anderem die WHO beteiligt ist – inzwischen auch in den meisten armen Ländern Impfkampagnen begonnen haben, ist die Impfung bislang vor allem ein Privileg der reichen Länder. Die von der Weltbank als Länder mit hohem Einkommen definierten Staaten stellen gemeinsam 16 Prozent der Weltbevölkerung, haben aber 47 Prozent der Impfdosen verabreicht.

In Ländern mit geringem Einkommen liegt die Quote demnach bei 0,2 Prozent. In zwölf Ländern haben die Corona-Impfungen noch immer nicht begonnen. Zu ihnen zählen Tansania, Madagaskar, Burkina Faso, Burundi, Eritrea, die Zentralafrikanische Republik, der Tschad sowie Nordkorea, Haiti und die ozeanischen Inselstaaten Vanuatu, Samoa und Kiribati.