Helene Fischer, 37, hat sich etwas Zeit gelassen, doch nun äußerte sich die gebürtige Russin umso deutlicher und sichtlich bewegt zum Angriffskrieg auf die Ukraine, wie ein Video zeigt. „Mir bricht es das Herz, das zu sehen“, sagte die Sängerin am Sonntag beim Festival „Snowpenair“ in Grindelwald, einem Schweizer Wintersport-Ort. „Tagtäglich die Bilder von zerrissenen Familien; von Vätern, Brüdern, Soldaten, Ehemännern, die sterben müssen. Von Frauen, die flüchten müssen.“

„Ich bin wahnsinnig emotional gerade zur Zeit“

Und dann bezog Fischer erstmals auch eindeutig Stellung zu dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem Krieg gegen die Ukraine: „Ich verabscheue zutiefst, was da gerade vor sich geht. Vor allem diesen einen Menschen. Ich glaube, ihr wisst, von wem ich spreche. Dieser eine Mann, der zu viel Macht hat. Aber wenn die ganze Welt zusammenhält … Ich hoffe sehr, dass es bald ein Ende hat!“

Weiter sagte sie: „In meiner akuten Situation nimmt mich das noch mehr mit. Ich bin wahnsinnig emotional gerade zur Zeit, sehr nah am Wasser gebaut.“ Was sie damit genau meinte, sagte sie zwar nicht, doch spielte sie damit offenbar auf die Geburt ihrer Tochter im Dezember vergangenen Jahres an. „So richtig fit bin ich noch nicht. Das dauert seine Zeit. Alle, die frisch Mama geworden sind, wissen das.“

Bei ihrem Auftritt in der Schweiz trug Fischer an ihrem Oberteil eine kleine Schleife in den Nationalfarben der Ukraine – Blau und Gelb, auch die Bühne wurde in den Farben beleuchtet. „Ich möchte einfach ein Zeichen der Solidarität senden“, erklärte sich die Künstlerin ihrem Publikum. Fischer wurde 1984 im sibirischen Krasnojarsk geboren und kam schon als kleines Kind mit ihrer Familie nach Deutschland.

Fischer ruft zu Spenden für die Ukraine auf

Es war ihr erster größerer Auftritt seit Jahren, abgesehen von einigen TV-Aktionen, etwa im November beim „Wetten, dass..?“-Revival. Nach einer großen Tour im Jahr 2018 hatte sich Fischer zurückgezogen – zuerst für eine Kreativpause, dann wegen der Corona-Pandemie. Sie wird sie sich auch weiterhin rarmachen: In Deutschland will sie nur am 20. August in München auftreten, eine Tournee ist erst für 2023 geplant.

Nach ihrem politischen Statement in Grindelwald, sagte Fischer noch zu ihren Fans, dass sie nach diesem schönen gemeinsamen Tag vielleicht noch etwas zurückgeben und einen kleinen Beitrag leisten und spenden oder helfen wollten. Eine dezente Aufforderung. Anschließend sang sie Marius Müller-Westernhagens Hit „Freiheit“. (mit dpa)