Jane Fonda, 83, macht auch im hohen Alter ihrer Rolle als Fitness-Queen alle Ehre. Immerhin hat die Schauspielerin und zweifache Oscar-Preisträgerin einen Ruf zu verlieren. Seit Ende der Siebziger gehört sie zu den Protagonistinnen der Fitness-Welle, schuf sich mit Aerobic-, Stretch- und Yogavideos ein sportliches Imperium, dessen Wert auf über 600 Millionen Dollar geschätzt wurde. Vertrat Fonda zu Beginn noch eine radikale Linie mit höchsten Anforderungen an den Körper („Los geht’s! Ihr alle könnt es schaffen – mit ein bisschen Training seht ihr bald so aus wie ich!“), schwang sie irgendwann auf eine gemäßigtere Linie um.

Im Alter gestand sie sogar ein, mehr als 30 Jahre lang an Bulimie gelitten zu haben. Dem Spiegel sagte sie im Jahr 2005: „Ich litt lange Zeit unter Bulimie, später kamen die Depressionen. Doch diese Phase habe ich hinter mir, ich bin jetzt im Reinen mit mir selbst und meiner Umwelt. Ich habe meinen Frieden gemacht mit meiner Familie und engen Freunden, die ich vergrault hatte.“

Jane Fonda beim Krafttraining im heimischen Fitnessstudio

Dem Sport aber ist Fonda treu geblieben. Auf ihrem mit 1,7 Millionen Followern dekorierten Instagram-Account kann man sich davon überzeugen, dass die 83-Jährige noch immer in Top-Form ist. In der Nacht zum Montag postete Fonda zwei Fotos, die sie beim Krafttraining im heimischen Fitnessstudio zeigen – eine Vorbereitung auf eine Demonstration im US-Staat Minnesota, wie sie dazuschrieb.

Dort protestieren Umweltschützer dieser Tage gegen den Bau einer Öl-Pipeline des kanadischen Betreibers Enbridge. Gegner der im Bau befindlichen Pipeline argumentieren, sie gefährde Feuchtgebiete und laufe durch Stammesgebiete indigener Bewohner. Aktivisten riefen zu Straßenblockaden und anderen Protestaktionen gegen die sogenannte Linie 3 auf. Fonda postete ein Video der Protestveranstaltung, auf der die Demonstranten skandierten: „Line 3 has got to go“ – „Linie 3 muss weg“.

Fonda schrieb, sie sei den indigenen Frauen und Führern dankbar, „dass sie mich und meine Freunde Rosanna Arquette, Taylor Schilling und Catherine Keener willkommen geheißen haben, sich ihnen solidarisch anzuschließen, um die Ölpipeline in Nord-Minnesota zu stoppen“. Diese Pipeline sei falsch. Die Biden-Regierung habe die Macht, die Genehmigungen einzuziehen und eine ordnungsgemäße Studie zu fordern. Fonda markierte natürlich auch den US-Präsidenten in ihrem Beitrag.

Die Schauspielerin, die mit Filmen wie „Das China-Syndrom“ und zuletzt auch mit der Serie „Grace und Frankie“ Erfolge feierte, ist seit Jahrzehnten politisch aktiv. In den Siebzigern war sie eine der bekanntesten Kämpferinnen gegen den Vietnamkrieg. Zuletzt führte sie häufig Protestaktionen gegen den Klimawandel an. Bei „Fire Drill Fridays“-Demonstrationen in Washington wurde sie mehrmals festgenommen.