Janelle Monáe, 35, holt weit aus, ihr Protestsong „Say Her Name (Hell You Talmbout)“ will gar kein Ende nehmen – er dauert fast 18 Minuten, für Pop-Verhältnisse eine Ewigkeit. Darin skandiert die Sängerin eine schier endlos lange Liste mit Frauenamen und will damit einen Zeichen gegen Polizeigewalt und Rassismus setzen. Der am Montag veröffentliche Song ist eine Neuauflage von einer Single aus dem Jahr 2015.

Beyoncé, Alicia Keys und Zoë Kravitz machen mit

Die Musikerin nennt in dem Stück „gemeinsam mit zahlreichen anderen Künstlerinnen die Namen schwarzer Frauen, die als Folge rassistischer Gewalt ihr Leben verloren“, wie Monáes Label Warner Music am Montag zu der Veröffentlichung mitteilte. Das Video zu „Say Her Name“ (Nenn ihren Namen) zeigt auch Fotos dieser Todesopfer. Insgesamt werden 61 Namen genannt und, wie es heißt, „geehrt“.

„Mögen wir uns alle dazu verpflichten, schwarze Frauen und Mädchen zu schützen und systemische Veränderungen vorzunehmen, um unsere Schwestern vor dem Machtmissbrauch der Polizei zu schützen,“ erklärte die Sängerin und Tänzerin, die 2016 in dem Spielfilm „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ auch den Durchbruch als Schauspielerin schaffte.

Monáe verbindet mit der Aktion einen klaren Auftrag, die Zeit des Warten sei vorbei, nun käme es darauf an, die Initiative zu ergreifen und zu kämpfen: „Als Töchter, die selbst versuchen, eine Welt zu schaffen, in der Geschichten wie diese nicht mehr alltäglich sind, folgen wir dem Aufruf zum Handeln und rufen andere ebenfalls zum Handeln auf.“

Die Erlöse aus der Single und dem Video sollten unter anderem der Arbeit des African American Policy Forum (AAPF) zugute kommen, hieß es bei Warner Music. Zu dem guten Dutzend beteiligter afroamerikanischer Musikerinnen und Aktivistinnen gehörten unter anderem Beyoncé, Alicia Keys, Kimberlé Crenshaw und Zoë Kravitz.

Offenbar hat Warner den Protest entdeckt und stellt sich in den Dienst der Sache: Die letztjährige Ermordung von George Floyd und Breonna Taylor in den USA habe Monáe dazu inspiriert, „die Protesthymne für die von Kimberlé Crenshaw gegründete soziale Bewegung #Say Her Name neu zu interpretieren“, teilte das Label mit. (mit dpa)