Jay Leno, 70, hat sich dafür entschuldigt, dass er jahrelang herablassende Witze über die Asiaten und die asiatische Gemeinschaft gemacht hat. Die Entschuldigung des legendären „Tonight Show“-Moderators erfolgt nach einer fast 15-jährigen Kampagne der Aktivistengruppe „Media Action Network for Asian Americans“ (MANAA). Die Organisation zählte nach eigenen Angaben „zwischen 2002 und 2012 mindestens neun Witze von Leno über Koreaner oder Chinesen, die Hunde oder Katzen essen“.

Leno erklärte in einer Presseerklärung mit dem Chef der MANAA, Guy Aoki, dass er die Witze für harmlos hielt. Er ergänzte: „Ich habe mich über unseren Feind Nordkorea lustig gemacht, und wie bei den meisten Witzen war da ein Funken Wahrheit dabei.“ Ihm sei es um eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema gegangen, dabei habe er die Kritik von den Betroffenen zumeist so abgewehrt, dass sie keinen Spaß verstünden. „In meinem Herzen wusste ich, dass es falsch war.“

Jay Leno: „Kein weiteres Beispiel für Cancel Culture“

In der gemeinsamen Erklärung heißt es weiter: „Ich gebe diese Entschuldigung heraus. Ich betrachte diesen speziellen Fall nicht als ein weiteres Beispiel für Cancel Culture, sondern als ein tiefes Unrecht, das von meiner Seite aus begangen wurde. MANAA war sehr gnädig, meine Entschuldigung anzunehmen. Ich hoffe, dass die asiatisch-amerikanische Gemeinschaft sie ebenfalls akzeptieren kann, und ich hoffe, dass ich ihren Erwartungen in Zukunft gerecht werden kann.“

Die MANAA hatte zuletzt an den Sender Fox appelliert, für den Leno inzwischen die Spielshow „You Bet Your Life“ moderiert, dem „reuelosen Wiederholungstäter“ mit seiner „bizarre Fixierung auf Asiaten“ zu kündigen, und ein Ultimatum gestellt. Das Branchenblatt Variety berichtet, dass Guy Aoki damit gedroht habe, sich an die Sponsoren der Sendung zu wenden und zum Boykott aufzurufen. Daraufhin sei eine Verbindung zwischen Aoki und Leno hergestellt worden.

Debatte über den zunehmenden Rassismus in den USA

Lenos Entschuldigung steht auch vor dem Hintergrund einer Serie tödlicher Attacken in drei Massage-Salons um die US-Stadt Atlanta in der vergangenen Woche. Unter den acht erschossenen Menschen waren sechs asiatischstämmige Frauen. Daraufhin entstand eine Debatte über den zunehmenden Rassismus in den USA, in die sich auch Präsident Joe Biden einmischte. Viele Prominente aus dem Showgeschäft teilten in den sozialen Medien den Hashtag #StopAsianHate.

Erwähnt wurde dabei auch der ehemalige Präsident Donald Trump. Er und seine Anhänger hatten unter anderem vom „China-Virus“ gesprochen, wenn es um die Herkunft der Corona-Pandemie ging, und vor dem Hintergrund des Handelskriegs mit China immer wieder anti-asiatische Ressentiments geschürt.