Justin Bieber, 27, hat sich nach einigen Widerständen in seine Ehe eingelebt und dabei auch noch irgendwie den Weg zu Gott gefunden. Das offenbarte der kanadische Sänger jetzt dem Männermagazin GQ. „Unser erstes Ehejahr war echt hart“, sagt er über seine Beziehung mit dem Model Hailey Baldwin, 24 – die beiden heirateten 2018. Bieber geriet danach offenbar in einen Konflikt: Zwar habe er schon immer einen gewissen „Zwang“ zur Heirat verspürt, „so als wäre es meine Bestimmung, einfach zu heiraten, Babys zu machen und all das“, aber nach dem Ja-Wort erwachten „meine Dämonen in mir“, die seine Beziehung mit „der Liebe meines Lebens“ aufs Spiel setzten.

Justin Bieber: „Ich hatte noch viel Trauma-Zeug zu bewältigen“

Die Gründe für die dämonischen, also unheimlichen und im Zweifelsfall teuflischen Mächte in ihm: „Ich hatte noch viel Trauma-Zeug zu bewältigen und es herrschte ein Mangel an Vertrauen. Es waren so viele Dinge, die du einfach vor dem Partner nicht zugeben wolltest. Weil ich mich davor gefürchtet habe, sie zu verschrecken, indem ich sage ‚Ich habe Angst.‘“ Nach zweieinhalb Jahren ist die Ehe mit Baldwin allerdings gefestigt: „Wir schaffen gerade diese Momente als Paar, als Familie, die uns ewig in Erinnerung bleiben werden. Es ist so wunderschön, dass wir uns auf unsere Zukunft freuen können. Vorher gab es nichts in meinem Leben, auf das ich mich gefreut habe.“

Was Bieber mit diesem ‚Vorher‘ meint: Er sei in einem desolaten Zustand gewesen, er habe früher Drogen gebraucht, um „einfach weiterzumachen“ und die Leere in sich zu bekämpfen. „Ich hatte all diesen Erfolg, aber dachte mir: ‚Ich bin immer noch traurig, ich habe immer noch Schmerzen. Und ich habe all diese ungelösten Fragen.‘“ Eine Zeit lang sei es so schlimm gewesen, dass seine Sicherheitskräfte nachts ins Zimmer kamen und seinen Puls überprüften. In dieser Zeit habe er auch die Kontrolle über seine Karriereplanung verloren, fügt er hinzu. „Es gibt so viele Meinungen. Und in dieser Industrie gibt es viele Menschen, die die Unsicherheiten anderer für ihren Vorteil ausnutzen.“

Der Sänger: „Gott, wenn es dich gibt, dann brauch’ ich deine Hilfe.“

Biebers Resümee: „Mein Leben zu Hause war nicht stabil. Ich hatte keine Partnerin, niemanden, den ich liebte. Ich hatte niemanden, dem ich mich anvertrauen konnte.“ Der Musiker ist mittlerweile fest davon überzeugt, dass Gott ihm geholfen hat, als er in seinem Leben am Boden war: „Ich habe zu ihm gesagt ‚Gott, wenn es dich gibt, dann brauch’ ich deine Hilfe. Ich kann es nicht allein schaffen. Ich kämpfe gegen mich selbst. Jede Entscheidung, die ich treffe, trifft mein selbstsüchtiges Ego‘. Ich wollte wissen, warum ich überhaupt auf diesem Planeten bin, warum ich dieses Verlangen habe, Musik zu machen.“ Scheinbar erhörte Gott sein Flehen.

Und so fand der Mann offenbar lange gesuchte Antworten. Bieber sagt von sich, in seinem Glauben stark gefestigt zu sein, und beschwört dies auch auf seinem unlängst erschienenen Album „Justice“, einer kleinen Sammlung von Gospel-Songs. In „Freedom“ etwa singt Bieber vom Teufel als Lügner und davon, dass seine Freiheit in der Distanz zum Bösen besteht. Theologisch voll korrekt.