Lemmy Kilmister (1945–2015) hat bis zu letzt ein extremes Leben geführt. Der Herr des Lärms und Frontman der Heavy-Metal-Band Motörhead schien jedes Klischee bestätigen zu wollen, bis ins hohe Rentenalter verkörperte er wie sonst nur noch Keith Richards die antiken Rock’n’Roll-Werte der Selbstverschwendung – vornehmlich durch Drogen und Sex. Die mit dieser seiner Rückhaltlosigkeit demonstrativ verbundene Todesnähe galt dem Künstler als Echtheitszertifikat: als Authentizität.

Lemmy: Tod als ständiger Begleiter

Vor diesem Hintergrund kann es dann eigentlich kaun mehr verwundern, dass Kilmister für den Fall seines Ablebens eine besondere Form der Bestattung verfügt hatte, eine kultische und symbolische Feier des Todes, seines ständigen Begleiters. Wie das Magazin Rolling Stone jetzt berichtet, ließ der Musiker seine Asche in Pistolenkugeln füllen und seinen engsten Freunden zukommen. Das verraten unter anderem Riki Rachtman und Whitfield Crane in Instagram- und Twitter-Posts.

So postete Rachtman – er moderierte beim Musiksender MTV dereinst die Heavy Metal-Show „Headbangers Ball“ – ein Foto der Patrone. Auf der silbrig schimmernden Hülse ist die Gravur „Lemmy“ deutlich zu erkennen. Darunter schrieb der britische TV-Star : „Vor seinem Tod bat #Lemmy darum, dass seine Asche in einige Kugeln gesteckt und an seine engsten Freunde verteilt wird. Heute habe ich eine Kugel erhalten und war buchstäblich zu Tränen gerührt. Thank you, @myMotorhead.“

Und er ist nicht der Einzige, der das absonderliche Geschenk mit der Welt geteilt hat. Bereits vor mehr als einem Jahr stellte der ehemalige Profi-Tennisspieler Pat Cash ein Foto von einer weiteren Patrone ins Netz: Er war zufällig dabei, als sie seinem guten Freund Whitfield Crane – dem Sänger der amerikanischen Hard-Rock-Band Ugly Kid Joe – überreicht wurde. Jetzt ergänzte Cash die Bildunterschrift seines Post dahingehend, dass sich in der Hülse die Asche von Kilmister befunden habe.

Am 11. Dezember 2015 stand Lemmy Kilmister zum letzten Mal mit seiner Band auf der Bühne: in der Berliner Max-Schmeling-Halle. Zweieinhalb Wochen später verstarb der Motörhead-Boss, nur wenige Tage nach seinem 70. Geburtstag, an einem Krebsleiden – und nur zwei Tage nach der Diagnose.