Margot Robbie, 30, nimmt eine Social-Media-Auszeit und schließt sich damit einem Trend an, den auch immer mehr Nicht-Prominente zu verfolgen scheinen. Twitter aus, Facebook aus, Instagram aus – und mal wieder das echte Leben genießen, ohne ständig daran denken zu müssen, welchen schönen Schnappschuss aus dem „Alltag“ man wohl als nächstes posten könnte. Die australische Schauspielerin und Filmproduzentin schrieb auf Instagram zu einem Foto von der Premiere des Films „Promising Young Woman“, sie steige erst mal aus Social Media aus.

Sie verwies auf die Seite ihrer Produktionsfirma Lucky Chap Entertainment, „wenn ihr wissen wollt, was bei uns los ist“. Ansonsten sagte Robbie, deren Karriere 2008 in der australischen Seifenoper „Nachbarn“ begann und die sich mit Filmen wie „Once Upon a Time in Hollywood“, „Bombshell“ und „Wolf of Wall Street“ international einen Namen machte, erstmal „ciao for now!“

Gründe für ihren Ausstieg nannte die 30-Jährige nicht, sie war aber ohnehin keine besonders emsige Social-Media-Nutzerin, postete bei Instagram vornehmlich Filmplakate und Zeitschriftencover. Privates gab es kaum zu sehen, stattdessen teilte Robbie lieber mal politische Botschaften. Am Frauentag überließ sie ihren von mehr als 23 Millionen Abonnenten verfolgten Kanal der Politikwissenschaftlerin und Autorin Elizabeth Nyamayaro aus Simbabwe.

Robbie, die seit 2016 mit dem britischen Regieassistenten Tom Ackerley verheiratet ist, hält ihr Privatleben so weit wie möglich von der Öffentlichkeit fern. Ihre Verlobung mit Ackerley hatte sie nie bekannt gemacht, die Hochzeit bestätigte sie erst Tage nach der Zeremonie mit einem Bild ihres Ringes auf Instagram. 2014 nannte sie in einem Interview mit dem Sydney Morning Herald ihre Schauspielkollegin Cate Blanchett als Vorbild: Weil diese eine große Karriere habe und dabei ihr Privatleben nicht ins Rampenlicht zerre. Insofern ist der Ausstieg bei Instagram eigentlich nur folgerichtig.

„Das Internet ist ein teuflischer Ort und tut mir nicht gut“

Und er liegt absolut im Trend: Viele Stars legen schließlich mal die ein oder andere Social-Media-Pause ein. Emma Watson etwa war längere Zeit nicht mehr aktiv, verwies kürzlich bei Twitter lediglich darauf, dass keine Nachricht von ihr bedeute, dass sie die Pandemie stillschweigend so verbringe wie die meisten anderen Menschen auch. Selbst Superstars wie Taylor Swift, Selena Gomez oder Justin Bieber legen Pausen ein – kehren aber meist nach kurzer Zeit zurück, schließlich gehören die Selbstvermarktung und die Nähe zu den Fans, die sich bei Insta und Co. leicht suggerieren lässt, zum Geschäft dazu.

Überdies bietet die Plattform die Möglichkeit, zu einem selbstgewählten Zeitpunkt auf dem eigenen Kanal Neuigkeiten zu veröffentlichen oder auf Gerüchte zu reagieren. Das scheint für viele die Negativeffekte (Abhängigkeit von Likes, Zeitverschwendung, Negativkommentare) aufzuwiegen. Andere aber halten es mit dem Comedian Pete Davidson, der 2018 beschloss: „Ich will nicht mehr auf Instagram sein. Oder einer anderen sozialen Plattform. Das Internet ist ein teuflischer Ort und tut mir nicht gut.“