Matthew McConaughey, 50, hätte durchaus die Chancen, der nächste Gouverneur von Texas zu werden. Das ergibt sich aus einer repräsentativen Umfrage, die von der Zeitung Dallas Morning News und der Universität von Texas durchgeführt wurde. Demnach könnte der Schauspieler in seinem Heimatstaat mit 45 Prozent der Stimmen rechnen; nur 33 Prozent der Texaner würden für den amtierenden Republikaner Greg Abott votieren. Das wäre, sollte McConaughey sich tatsächlich zu Wahl stellen, eine deutliche Mehrheit. Allerdings wird in Texas erst nächstes Jahr gewählt, bis dahin kann noch einiges passieren.

McConaughey: „Ich ein ein aggressiver Zentrist“

Tatsächlich hat sich McConaughey schon häufiger über einen möglichen Wechsel in die Politik geäußert. Bereits im November vergangenen Jahres schloss er diesen Schritt in der „The Hugh Hewitt Show“ nicht aus: „Ich weiß es nicht. Ich meine, das läge nicht an mir. Es würde mehr von den Menschen abhängen als von mir.“ Und in einer Podcast-Folge von „The Balanced Voice“ hatte der Oscarpreisträger darüber gesprochen, dass eine Kandidatur für das Amt des Gouverneurs von Texas für ihn „eine ernsthafte Überlegung“ sei, er denke gerade darüber nach, was er „mit dem nächsten Kapitel meines Lebens“ machen wolle.

In den USA wäre ein Wechsel McConaugheys in die Politik nicht ungewöhnlich. Vor ihm haben schon einige andere Schauspieler ihre Filmkarriere gegen die politische Bühne eingetauscht. Ronald Reagan etwa, der 40. Präsident der USA, bietet dafür wohl das eindrucksvollste Beispiel. Erinnert sei an Arnold Schwarzenegger, der von 2003 bis 2011 der Gouverneur Kaliforniens war und sein Filmrenommee als „Governator“ geschickt nutzte. Auch die ehemalige „Sex and the City“-Darstellerin Cynthia Nixon kandidierte 2018 für einen Gouverneursposten in New York, scheiterte aber bei der Vorwahl.

Für welche politische Partei er antreten würde, dazu hat sich McConaughey noch nicht geäußert. Der Hollywoodstar gilt als gemäßigt und hat in der jüngsten Vergangenheit sowohl linke extreme Positionen als auch die populistische Rechte im Lande kritisiert. Im letzten Jahre etwa beklagte er in einem langen Videogespräch mit dem US-Immunologen Anthony Fauci, in Amerika würde die Corona-Pandemie nicht wirklich ernst genommen – viele Menschen seien von der Führung enttäuscht worden. Das war offenbar eine Anspielung auf das Krisenmanagement von Präsident Donald Trump.

An Selbstbewusstsein scheint es McConaughey, der sich politisch selbst als „aggressiv zentristisch“ verortet, nicht zu fehlen: „Ich glaube, ich habe einige Dinge zu lehren und zu teilen.“ Allerdings schreckt er vor der Aufgabe auch etwas zurück. „Politik scheint mir im Moment ein kaputtes Geschäft zu sein“, ist der Texaner überzeugt, doch „wenn die Politik ihren Zweck neu definiert, könnte ich mich verdammt viel mehr dafür interessieren“. Hier klingt bei dem Schauspieler durchaus das in den USA sehr verbreitete, allemal populistische Ressentiment gegen die Regierung in Washington an.

Für McConaughey, der in Texas geboren und aufgewachsen ist, könnte sein Promistatus als auch seine Parteienferne die politischen Chancen verbessern, sind Beobachter überzeugt. Die Dallas Morning News sehen ihn als idealen Kandidaten für konservativen unabhängigen Wähler mit einer gewissen Affinität zu Donald Trump: „Er ist beliebt, er ist bunt und er hat keine Angst, die Dinge beim Namen zu nennen.“