Megan Fox, 35, erinnert uns an eine Lücke, die pandemiebedingt entstanden ist und die sich nun langsam wieder schließt. Zuletzt hatte es mangels Preisverleihungen und öffentlichen Großveranstaltungen auch keine roten Teppiche mehr gegeben. Es fielen mithin auch die Kleider-Schaulauf-Orgien aus, die Aufmerksamkeits-Booster für Modehäuser und Stylisten sowie die sich anschließenden Roben-Analysen und „Wem steht's besser“-Diskussionen. Doch so langsam läuft sich Hollywood wieder warm: Schon bei den Oscars vor einem Monat gab es zwar noch keinen großen Publikumsrummel, aber dafür war die berühmte Auslegeware wieder da. Viele Stars hatten sich für ihr Red-Carpet-Comeback ordentlich ins Zeug gelegt, einige konnten gar nach vielen langen Corona-Monaten nah am heimischen Kühlschrank schon wieder Haut zeigen. Cutout-Kleider und Bauchfrei-Optiken dominierten das Geschehen.

Diesen Trend setzte in der Nacht zum Montag der „Transformers“-Star Megan Fox fort – bei der Verleihung der Billboard Music Awards in Los Angeles. Von Lückenschluss konnte allerdings angesichts ihres Mugler-Kleides keine Rede sein, eher von sehr, sehr viel Mut zur Lücke. Die US-Schauspielerin zeigte sich in beneidenswerter Form und an der Seite ihres nicht minder stylischen Freundes Machine Gun Kelly auch in offenherzigster Kusslaune. Die schwarze Zunge, die sich der 31-jährige Rapper gepinselt hatte, erwies sich als überaus stimmig zum Rest des Outfits. Partnerlook par excellence!  

Fox und der texanische Musiker, der mit bürgerlichem Namen Colson Baker heißt, sind seit einem Jahr ein Paar. Der rockende Rapper hat bereits eine elfjährige Tochter aus einer früheren Beziehung. Fox, die mehrfach unter die attraktivsten Frauen der Welt gewählt wurde, hat mit ihrem Ex-Mann, dem Schauspieler Brian Austin Green, drei Söhne. Ihrem Ruf als Sexsymbol gereichte die schwarze, kreuz und quer ausgeschnittene Thierry-Mugler-Robe auf jeden Fall zur Ehre. Der Look hat gute Chancen, in die Cutout-Geschichte einzugehen, in der er sich auf der nach oben offenen Gewagtheits-Skala mit Kim Kardashians „Boob Belt“-Kleid (ebenfalls von Mugler) messen darf.

Machine Gun Kelly hingegen steht mit seinem dekonstruierten Smoking, dem aufgeknöpften weißen Hemd gepaart mit metallischem Nagellack, Halsketten und der schwarzen Zunge geradezu sinnbildlich für den neuen Mut der Männer auf dem roten Teppich. Schon bei den Oscars waren einzelne Herren mit knalligen Farben, tiefen Brustausschnitten und goldenen Anzügen aufgefallen. Dezenz? War gestern.

Der Star des Abends: Zehn Trophäen für The Weeknd

Bei den Billboard Awards durfte Megan Fox ihrem Freund dann auch mehrfach applaudieren: Kelly räumte drei Preise ab, unter anderem wurde er als „Top Rock Artist“ ausgezeichnet. Der Star des Abends war aber der kanadische R&B-Popstar The Weeknd, der zehn Trophäen gewann, darunter als bester Sänger und für das beste R&B-Album. Rapper Pop Smoke erhielt bei der Live-Show in Los Angeles fünf Preise, darunter als bester Rap-Künstler und als „Top New Artist“. Mehrere Trophäen gingen auch an die südkoreanische Popgruppe BTS, Bad Bunny aus Puerto Rico, Lady Gaga und Taylor Swift.

US-Sängerin Pink, 41,  erhielt einen Ehrenpreis für besondere Verdienste in der Musikwelt – und band in ihre Bühnenshow ihre neunjährige Tochter Willow mit ein. Bei der Akrobatik-Einlage zum Song „Cover Me in Sunshine“ schwebte das Mutter-Tochter-Gespann vor einer planetarischen Installation am Trapez.

AP Photo/Chris Pizzello
Luftnummer: Pink und ihre Tochter Willow bei ihrer akrobatischen Bühnenshow.

Die dreistündige Show auf einer Bühne unter freiem Himmel und in einer Konzerthalle in Los Angeles war aber auch mit anderen Auftritten gespickt. Die Boygroup BTS war mit ihrem neuen Song „Butter“ aus Südkorea zugeschaltet, die britische Band Duran Duran rockte aus London mit. Außerdem traten Alicia Keys, H.E.R., Doja Cat und The Weeknd auf. Erstmals führte Sänger Nick Jonas, 28, als Moderator durch den Abend.

Die Billboard Music Awards werden seit 1990 jährlich von dem gleichnamigen Fachmagazin verliehen, sie basieren größtenteils auf Chartplatzierungen.