Michael J. Fox, 60, wurde mit seiner Rolle als zeitreisender Kleinstadtjunge Marty McFly in der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie berühmt. Ihm hätte wohl eine größere Kariere als Schauspieler bevorgestanden, doch machte eine tückische Krankheit alle Ambitionen zunichte, mit gerade einmal 29 Jahren erhielt er die Diagnose Parkinson. Die unheilbare Nervenkrankheit, die mit Zittern und Bewegungsstörungen einhergeht, ist fortan Teil seines Lebens. Für Fox seitdem ein Grund, sich sehr streitbar dafür einzusetzen, dass Menschen mit Behinderung mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Fox: „Ich bemitleide mich auch nicht“

Und so hat er jetzt die Darstellung von behinderten Menschen in Filmen als zumeist klischeehaft und eindimensional kritisiert. „Wir sehen einen Rollstuhl oder jemanden mit einer Behinderung im Fernsehen und schon wird die Musik sanft und dunstig … Dann kämpft der Typ mit irgendeiner banalen Tätigkeit, wir beobachten ihn bei dem rührenden Versuch, diese Sache zu bewältigen. Als wenn ich versuchen würde, auf einem Golfplatz mit zittriger Hand einen Ball auf dem Tee zu platzieren.“ So erklärte es Fox  jetzt im Gespräch mit seinem Schauspielkollegen Denis Leary.

Allerdings geht es nicht nur um die Kritik an Klischees. Fox spricht auch darüber, wie er als Schauspieler immer wieder versucht hat, Stereotypen zu unterlaufen. Von 2010 bis 2016 etwa habe er in der Serie CBS-Serie „The Good Wife“ den rücksichtslosen Anwalt Louis Canning gespielt, der an einer neurologischen Erkrankung leidet und dem vor Gericht kein Trick zu schmutzig ist. „Auch behinderte Menschen können Arschlöcher sein“, so Fox dazu. „Behinderte Menschen können Idioten sein und manipulativ, daher hat es Spaß gemacht, so einen Menschen zu spielen.“

Fox hatte im vergangenen Herbst mit „No Time Like the Future“ seine vierte Biografie veröffentlicht. Hier gewinnt er seiner Erkrankung auch Positives ab: Ein Geschenk sei es gewesen, dass sie ihn gebremst habe, erklärt Fox. „Ich nehme mir Zeit. Die Zeit nimmt nicht mich.“ Überhaupt gehöre es zu seiner Normalität, dass Parkinson nicht sein Leben bestimmt: „99 Prozent meines Lebens sind nicht Parkinson, es sind andere Dinge, die mich beschäftigt halten und auslasten. Ich bemitleide mich auch nicht.“