Michelle Obama, 57, hat mit dem People-Magazin über ihr Corona-Jahr 2020 gesprochen und eine durchwachsene Bilanz gezogen. Ausführlich erzählt sie über ihre „unterschwelligen Depressionen“ während der Pandemie. „Ich musste mir erst einmal eingestehen, was ich durchgemacht habe“, sagt die ehemalige First Lady der Vereinigten Staaten, „denn wir haben oft das Gefühl, dass wir diesen Teil von uns vertuschen müssen, dass wir immer über den Dingen stehen und so aussehen müssen, als würden wir nicht gerade unter der Oberfläche hart strampeln.“

Obama: „Depressionen in einer solchen Zeit sind verständlich“

In dem vergangenen Jahr habe sie eine Menge ertragen müssen, so die Ehefrau von Ex-Präsident Barack Obama, 59. „Depressionen in einer solchen Zeit sind verständlich“, sie hingen allerdings nicht nur damit zusammen, „in der Quarantäne gefangen“ zu sein. Selbstverständlich sei das enge Zusammenleben in der Familie herausfordernd gewesen: Ihre Töchter Malia, 22, und Sasha, 19, die eigentlich beide weit entfernt studieren, seien von den Universitäten nach Hause geschickt worden, um von dort aus online an den Kursen teilzunehmen. 

Die Pandemie sorgte also für eine unerwartete Wiedervereinigung der Familie. Aber wirklich belastend empfand Obama vielmehr die politischen Vorgänge im Lande. „Da war die fortgesetzte Ermordung schwarzer Männer durch die Polizei. Allein dieses Video von George Floyd zu sehen, diese acht Minuten zu erleben. Das ist sehr viel, womit man erst mal fertig werden muss.“ Und dann Donald Trump. Der sei zwar abgewählt worden, aber immer noch da und bereite sein Comeback vor: „Wir atmen einen Moment durch, aber es gibt noch viel zu tun.“

Obama: „Barack hatte keine Zeit, mir auf die Nerven zu gehen.“

Allerdings wussten die Obamas das Corona-Jahr auch zu nutzen. Während ihre Töchter im Lockdown das Kochen entdeckten, verbrachte sie viel Zeit mit dem Stricken – und ist mittlerweile süchtig danach. „Wenn man einen Schal gestrickt hat, gibt es da noch die Decke. Und sobald man die Decke gestrickt hat, gibt es da noch die Mütze, die Socken …“ Und mit ihrem fortgeschrittenen Alter habe sich auch gemerkt, dass sie ihr lange sehr intensives Sportprogramm nicht mehr schafft. „Also dachte ich, Schwimmen ist eins dieser leichteren, guten Cardio-Sachen.“

Obama, die mittlerweile gegen das Coronavirus geimpft ist und jeden dazu ermutigt, es ihr sobald wie möglich gleichzutun, sieht mittlerweile wieder „Licht am Ende des Tunnels“ und schaut entsprechend entspannt auf ihre Depressionen zurück: „Das ist psychische Gesundheit. Sie haben Höhen und Tiefen.“ Und dann hält Obama noch eine Lebensweisheit von der Art parat, wie sie die eigenen Kinder gewiss lieben: „Ich habe meinen Töchtern gesagt, dass eines der Dinge, die mich durchbringen, darin besteht, dass ich alt genug bin, um zu wissen, dass die Dinge wieder besser werden.“

Und nicht zuletzt, so Obama, habe ihre Ehe unter der Pandemie nicht gelitten: „Barack hatte einfach keine Zeit, mir auf die Nerven zu gehen, weil er an seinem Buch arbeiten musste.“ Ansonsten freue sie sich auf ruhigere Zeiten, auf so etwas wie einen Ruhestand: „Barack wird dann viel zu viel Golf spielen, und ich kann ihn wegen des zu vielen Golfspielens ärgern, weil er ja sonst nichts zu tun hat.“