Naomi Campbell, 50, hat erneut die Hüllen für eine Sache fallen lassen, die ihr am Herzen liegt. In der aktuellen Ausgabe des britischen Modemagazins i-D zeigt sich das Supermodel mit kunstvollem Federkopfschmuck und knappen Bikini-Höschen an einem Strand in Kenia. Dazu rührt Campbell, die seit kurzem die internationale Botschafterin für den Tourismus des Landes ist, ordentlich die Werbetrommel: „Wenn Sie diese Bilder sehen, hoffe ich, dass Sie sehen, dass Kenia schön ist, dass Afrika schön ist … Es gibt so viele Edelsteine, so viele verborgene Geheimnisse. Ich komme seit 1994 hierher und entdecke immer noch Dinge.“

Campbells frühe Erfahrungen mit Rassismus

Mit dem exotischen Shooting will Campbell allerdings nicht nur auf die Schönheit Afrikas aufmerksam machen. Mit dem Kontinent verbindet sie viele Interessen. 2010 musste sie wegen eines Diamantengeschenks vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag gegen Liberias Ex-Diktator Charles Taylor aussagen. Doch vor allem bekannt ist Campbells karitatives Engagement. So unterstützt sie etwa die Wohltätigkeitsorganisationen Red Cross Somalia Relief Fund und Nelson Mandela Children Fund, und im kenianischen Malindi kümmert sie sich seit 2013 auch persönlich um das Waisenhaus Children of the Rising Sun.

Die Tochter einer Jamaikanerin und eines jamaikanisch-chinesischen Vaters muss immer wieder mit Vorurteilen und Diskriminierung kämpfen. Vor diesem Hintergrund erklärt sich der weitere Grund für das Shooting in Kenia: Sie möchte damit auf die „Black Lives Matter“-Bewegung und deren Mission aufmerksam machen. In der i-D erklärt sie dazu: „Ich war stolz, demütig und glücklich, Teil eines Shootings mit jungen Kreativen zu sein, die alle meine Hautfarbe haben … Es ist sehr selten, dass mir das passiert ist. Luis Alberto Rodriguez ist erst der dritte farbige Fotograf, mit dem ich in meiner gesamten Karriere gearbeitet habe.“

„Black Lives Matter“ auch in der Modebranche: Campbell stand erst bei drei schwarzen Fotografen vor der Kamera? In ihrer nunmehr seit über 30 Jahren währenden Modelkarriere?! Sie gehörte zur ersten Supermodel-Generation in den 90ern, aber während man ihre Gefährtinnen von damals – Claudia Schiffer, Cindy Crawford, Christy Turlington oder Linda Evangelista – nur noch selten auf dem Laufsteg sieht, war Campbell nie weg vom Catwalk. Sie ist immer noch da.