Mary Margaret Kreuper, 79, hat als Nonne ein Armutsgelübde abgelegt. An das fühlte sie sich allerdings nicht gebunden: Vor einem Bezirksgericht bekannte sich Ordensschwester aus Los Angeles jetzt für schuldig, 835.000 Dollar von ihrer katholischen Schule für sich abgezweigt zu haben, um mit dem Geld den Besuch im Kasino zu finanzieren. Kreuper war 28 Jahre lang Schuldirektorin an der St. James School in Redondo Beach, ehe sie 2018 unbehelligt in Rente ging. Erst eine Buchprüfung der Schwestern des St.-Joseph-of-Carondelet-Orden, dem sie seit ihrem 18. Lebensjahr angehörte, deckte die finanziellen Ungereimtheiten auf.

Kontrolliert hat die Nonne offenbar niemand

Von der Erzdiözese Los Angeles eingesetzte Ermittler fanden heraus, dass Kreuper in den letzten zehn Jahren als Rektorin die eingehenden Gebühren- und Spendengelder erst vom Schul- auf das Ordenskonto und schließlich auf ihr eigenes Konto überwiesen hatte. Außerdem fälschte sie laut ihrer eigenen Aussage die laufende Buchführung und den jährlichen Finanzbericht. In der Anklageschrift heißt es dazu: „Durch diese Fälschung hat die Angeklagte Kreuper die St. James School die Verwaltung glauben gemacht, die Finanzen der Schule würden ordnungsgemäß geführt, und damit ihr betrügerisches System gesichert.“

Kreupers Anwälte machten unterdessen geltend, ihre Mandantin habe „sofort die volle Verantwortung für den Betrug übernommen, als sie damit konfrontiert wurde“, und „mit den Strafverfolgungsbehörden und der Erzdiözese vollumfänglich zusammengearbeitet“. Außerdem sprachen die Anwälte von einer „psychischen Krankheit“ Kreupers: Diese habe „das Urteilsvermögen ihrer Mandantin außer Kraft gesetzt und sie Dinge tun lassen, die sie sonst nicht getan hätte“. 

Ob die Einlassungen den Richter beeindrucken werden, bleibt abzuwarten. Erstaunlich ist immerhin, dass es Kreuper möglich war, ohne vollkommen unkontrolliert die Finanzen der Schule und des Ordens zu regeln. Am 1. Juli wird das Strafmaß verkündet. Der Nonne droht eine Höchststrafe von 40 Jahren Gefängnis.