Bis heute hat Hotelerbin und It-Girl Paris Hilton mit den Folgen eines Sexvideos zu kämpfen, das ihr Ex-Freund vor 18 Jahren gegen ihren Willen ins Netz stellte. In einem Podcast der Vanity Fair sagte die 40-Jährige, es werde für den Rest ihres Lebens weh tun. Sie nannte das Sextape eine Demütigung, die Erlebnisse von damals hätten bei ihr zu einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) geführt. „Allein darüber zu reden, löst mein PTBS aus“, so Hilton.

Verletzend und besonders schmerzhaft seien neben dem Vertrauensbruch ihres Ex-Freundes und der öffentlichen Zurschaustellung ihrer Intimsphäre die Vorwürfe gewesen, sie habe selbst von der Veröffentlichung profitiert. Zur Erinnerung: Hiltons Ex-Freund Rick Salomon veröffentlichte nach der Trennung 2003 die privaten Aufnahmen, zunächst im Internet, später kamen sie auch auf DVD heraus. Gern wird in diesem Zusammenhang erwähnt, erst das Filmchen habe die Einschaltquoten von Hiltons Reality-Format „The Simple Life“ nach oben getrieben, erst durch „One Night in Paris“ sei sie zum Star geworden.

„Es war, als wäre ich elektronisch vergewaltigt worden“

Doch Salomon hatte die Amateuraufnahmen ohne Hiltons Zustimmung ins Netz gestellt. Er habe damals im Hotelzimmer die Kamera ausgepackt, sie habe sich beim Gedanken, gefilmt zu werden, nicht wohlgefühlt, erinnerte sich Hilton auch in ihrer Dokumentation „This ist Paris“, die im vergangenen September erschienen war. „Er hat mich quasi dazu gezwungen. Es war, als wäre ich elektronisch vergewaltigt worden.“ Auf diese Weise habe sie nie bekannt werden wollen. 

Hilton verklagte Salomon damals auf Schadenersatz, nachdem ihre Familie erfolglos versucht hatte, rechtlich gegen die Verbreitung des Videos vorzugehen. Nachträglich wurde ihr eine Entschädigung sowie eine Beteiligung am Verkaufserlös zugesprochen. Heute, so Hilton im Podcast, erhielten Opfer sogenannter Revenge Porns Entschädigungen in Millionenhöhe, niemand würde in solch einer Situation noch der Frau die Schuld zuschieben. Es sei gut, dass sich die Dinge geändert hätten.

Die von ihr selbst coproduzierte Dokumentation über ihr Leben habe sie bestärkt, weil sie darin ihre Lebensgeschichte aus der eigenen Perspektive erzählen konnte, sagte Hilton. In dem Film berichtet die Hotelerbin auch von ihrer Zeit an der Provo Canyon School in Utah. Vor zwei Monaten hatte Hilton bei einer Anhörung vor der Senatskammer des westlichen US-Bundesstaats öffentlich von psychischen und körperlichen Misshandlungen an dem Internat gesprochen, das sie in den 90ern elf Monate lang besuchte. Kinder seien in der Einrichtung gegen die Wand geworfen, stranguliert und sexuell missbraucht worden.

Inzwischen setzt sich die Urenkelin des Hotelgründers Conrad Hilton selbst für eine verbesserte Gesetzeslage und den Schutz der Opfer ein. Vor wenigen Tagen kam die 40-Jährige nach Salt Lake City, um eine  Gesetzesvorlage zu unterzeichnen: Künftig werden Einrichtungen für in Schwierigkeiten geratene Jugendliche in Utah unter stärkere staatliche Kontrollen gestellt.