Es ist mittlerweile fast anderthalb Jahre her, dass Prinz Harry und Herzogin Meghan aus der Riege der hauptamtlichen britischen Royals zurücktraten. Seitdem ist viel passiert. Nicht nur, dass das Paar seinen Lebensmittelpunkt nach Kalifornien verlegt hat, es teilte auch ordentlich aus. Am 7. März gaben Meghan und Harry ein viel diskutiertes Interview bei Oprah Winfrey, das weltweit ausgestrahlt wurde und die ganze Dimension des zerrütteten Verhältnisses zum Königshaus von Großbritannien offenbarte. Das Paar warf der britischen Königsfamilie rassistische Tendenzen vor, kritisierte die Boulevardpresse, bemängelte, Meghan sei von der Royal Family im Stich gelassen worden.

Wer hernach, etwa bei der Beerdigung von Prinz Philip im April glaubte, die Risse ließen sich mal eben kitten oder es könne gar zu einer Wieder-Zusammenführung kommen, der wird von Prinz Harry nun eines Besseren belehrt. Der 36-Jährige berichtete in einer am Donnerstag veröffentlichten Folge des Podcasts Armchair Expert von seinem Leben als Mitglied der Royal Family – und wie froh er darüber sei, dass er nach dem Umzug in die USA wieder ein weitgehend normales Leben führen könne.

Das Leben als Royal sei „wie eine Mischung aus ‚Die Truman Show‘ und einem Zoo“ gewesen, sagte der Duke of Sussex und Enkel von Queen Elizabeth II. in dem Podcast des US-Schauspielers Dax Shepard. Zur Erinnerung: Im Film „Die Truman Show“ von 1998 weiß die Hauptfigur Truman Burbank (gespielt von Jim Carrey) nicht, dass er Teil einer Fernsehserie ist und dass sein Leben seit seiner Geburt von Schauspielern in einer Kulisse begleitet wird.

Harry erzählte, er habe mit seiner heutigen Ehefrau Meghan Markle, 39, anfangs beim Shoppen in London so getan, als würden sie sich nicht kennen. Einkäufe im Supermarkt hätten sie, in unterschiedlichen Gängen stehend, per SMS diskutiert. Er sei oft mit gesenktem Kopf und Basecap unterwegs gewesen, um möglichst unerkannt zu bleiben. In seiner neuen Heimat Kalifornien könne er freier leben, er sei nicht mehr so angespannt: „Seit ich hier lebe, kann ich tatsächlich meinen Kopf heben und fühle mich anders, meine Schultern sind gesunken. Du kannst ein bisschen freier herumlaufen.“ Mit seinem gerade zwei Jahre alt gewordenen Sohn Archie könne er auf dem Fahrrad umherfahren. In Großbritannien hätte er „nie die Chance gehabt, das zu tun“.

Der Prinz sagte, er wolle bei der Erziehung seiner Kinder – das Paar erwartet im Sommer ein zweites Kind, ein Mädchen – den Kreislauf von „Schmerz und Leiden“ beim Aufwachsen durchbrechen. Diesen hätten er und seine Eltern selbst erlebt. Der Umzug in die USA sei nicht geplant gewesen: „Aber manchmal muss man Entscheidungen treffen und seine Familie und seine geistige Gesundheit an die erste Stelle setzen.“